Dierling, Dominikus: Unterschied zwischen den Versionen

 
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Dominikus Dierling, Taufname ''Franz'', aus Bozen, 1688–1691 Studium der Philosophie in Innsbruck, 1689–1690 Studium der Moraltheologie; Profess in St. Mang am 16. Nov. 1692; Primiz am 31. Okt. 1695, dann Novizenmeister, Subprior, Kustos, 1704–1706 Pfarrer in Breitenwang, Tirol; wurde am 18. April 1714 fast einstimmig zum Abt gewählt. Die Wahl leitete der Generalvikar Weihbischof Dr. Johann Kasimir Köls im Beisein der Äbte von Irsee und Elchingen.
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Dominikus Dierling, Taufname ''Franz'', aus Bozen, 1688–1691 Studium der Philosophie in Innsbruck, 1689–1690 Studium der Moraltheologie; Profess in St. Mang am 16. Nov. 1692; Primiz am 31. Okt. 1695, dann Novizenmeister, Subprior, Kustos, 1704–1706 Pfarrer in Breitenwang, Tirol; wurde am 18. April 1714 fast einstimmig zum Abt gewählt. Die Wahl leitete der Generalvikar Weihbischof Dr. Johann Kasimir Röls im Beisein der Äbte von Irsee und Elchingen.
  
Abt Dominikus, ein Mann der Mediation und des Gebets, setzte den von seinem Vorgänger [[Oberleitner, Gerhard|Gerhard Oberleitner]] begonnen Neubau von Kloster und Kirche fort. Wenn er nicht gerade mit dem Auftreiben von Geldmitteln beschäftigt war, half er sogar selbst als Handlanger bei den Bauarbeiten. Am 15. Februar 1717 konnte Fürstbischof Alexander Sigismund die barocke Stiftskirche einweihen; die Vollendung der inneren Ausstattung sollte sich aber aus Geldmangel noch bis 1744/45 hinziehen. Das Prachtstück der Kirche war ein großer silberner Kronleuchter für 20.000 Gulden, den Abt [[Hafner, Ämilian|Ämilian Hafner]] 1796 zur Zahlung von Kriegskontributionen zum Materialwert veräußern musste.
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Abt Dominikus, ein Mann der Mediation und des Gebets, setzte den von seinem Vorgänger [[Oberleitner, Gerhard|Gerhard Oberleitner]] begonnen Neubau von Kloster und Kirche fort. Wenn er nicht gerade mit dem Auftreiben von Geldmitteln beschäftigt war, half er sogar selbst als Handlanger bei den Bauarbeiten. Am 15. Februar 1717 weihte Fürstbischof Alexander Sigismund von Pfalz-Neuburg persönlich die barocke Stiftskirche ein; die Vollendung der inneren Ausstattung sollte sich aber aus Geldmangel noch bis 1744/45 hinziehen. Das Prachtstück der Kirche war ein großer silberner Kronleuchter für 20.000 Gulden, den Abt [[Hafner, Ämilian|Ämilian Hafner]] 1796 zur Zahlung von Kriegskontributionen zum Materialwert veräußern musste.
  
 
Trotz der hohen Belastung durch die Bauarbeiten und durchziehende Kriegsvölker, konnte Abt Dominik 1726 noch die Pfarrkirche in Vils mit einer Orgel ausstatten lassen und weitere Beiträge zur Renovierung der Kirchen in Weißensee, Ruderatshofen und Saxenreid aufbringen. Auch zur Erbauung der St. Ulrichskirche in Binswang (1724–1728), der Kapelle in Gagers, Tirol, (1724) und der St. Magnuskirche in Dienhausen steuerte er große Beträge bei; dazu kamen Schenkungen von Kirchengerät an ca. dreißig weitere Gotteshäuser.
 
Trotz der hohen Belastung durch die Bauarbeiten und durchziehende Kriegsvölker, konnte Abt Dominik 1726 noch die Pfarrkirche in Vils mit einer Orgel ausstatten lassen und weitere Beiträge zur Renovierung der Kirchen in Weißensee, Ruderatshofen und Saxenreid aufbringen. Auch zur Erbauung der St. Ulrichskirche in Binswang (1724–1728), der Kapelle in Gagers, Tirol, (1724) und der St. Magnuskirche in Dienhausen steuerte er große Beträge bei; dazu kamen Schenkungen von Kirchengerät an ca. dreißig weitere Gotteshäuser.
  
Neben der Bautätigkeit kümmerste sich Abt Dominik auch um Bibliothek und Archiv. Da die uralten kaiserlichen und königlichen Privilegien (Urkunden) bei der Feuersbrunst in Reutte 1703 sehr gelitten hatten, sandte er 1715 beglaubigte Abschriften davon nach Wien, um sie von Kaiser Karl VI. bestätigen zu lassen, was 1718 auch geschah.
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Neben der Bautätigkeit kümmerte sich Abt Dominik auch um Bibliothek und Archiv. Da die uralten kaiserlichen und königlichen Privilegien (Urkunden) bei der Feuersbrunst in Reutte 1703 sehr gelitten hatten, sandte er 1715 beglaubigte Abschriften davon nach Wien, um sie von Kaiser Karl VI. bestätigen zu lassen, was 1718 auch geschah.
  
 
In seinen letzten sechs Lebensjahren schwer krank, starb Abt Dominikus am 4. September 1738 und fand seine letzte Ruhestätte in der Äbtegruft.
 
In seinen letzten sechs Lebensjahren schwer krank, starb Abt Dominikus am 4. September 1738 und fand seine letzte Ruhestätte in der Äbtegruft.

Aktuelle Version vom 20. Oktober 2011, 09:29 Uhr

Dominikus Dierling OSB

Dominikus Dierling

Abt des Klosters Sankt Mang in Füssen 1714–1738

* 26. Juli 1671 Bozen
04. Sep. 1738 Füssen

Dominikus Dierling, Taufname Franz, aus Bozen, 1688–1691 Studium der Philosophie in Innsbruck, 1689–1690 Studium der Moraltheologie; Profess in St. Mang am 16. Nov. 1692; Primiz am 31. Okt. 1695, dann Novizenmeister, Subprior, Kustos, 1704–1706 Pfarrer in Breitenwang, Tirol; wurde am 18. April 1714 fast einstimmig zum Abt gewählt. Die Wahl leitete der Generalvikar Weihbischof Dr. Johann Kasimir Röls im Beisein der Äbte von Irsee und Elchingen.

Abt Dominikus, ein Mann der Mediation und des Gebets, setzte den von seinem Vorgänger Gerhard Oberleitner begonnen Neubau von Kloster und Kirche fort. Wenn er nicht gerade mit dem Auftreiben von Geldmitteln beschäftigt war, half er sogar selbst als Handlanger bei den Bauarbeiten. Am 15. Februar 1717 weihte Fürstbischof Alexander Sigismund von Pfalz-Neuburg persönlich die barocke Stiftskirche ein; die Vollendung der inneren Ausstattung sollte sich aber aus Geldmangel noch bis 1744/45 hinziehen. Das Prachtstück der Kirche war ein großer silberner Kronleuchter für 20.000 Gulden, den Abt Ämilian Hafner 1796 zur Zahlung von Kriegskontributionen zum Materialwert veräußern musste.

Trotz der hohen Belastung durch die Bauarbeiten und durchziehende Kriegsvölker, konnte Abt Dominik 1726 noch die Pfarrkirche in Vils mit einer Orgel ausstatten lassen und weitere Beiträge zur Renovierung der Kirchen in Weißensee, Ruderatshofen und Saxenreid aufbringen. Auch zur Erbauung der St. Ulrichskirche in Binswang (1724–1728), der Kapelle in Gagers, Tirol, (1724) und der St. Magnuskirche in Dienhausen steuerte er große Beträge bei; dazu kamen Schenkungen von Kirchengerät an ca. dreißig weitere Gotteshäuser.

Neben der Bautätigkeit kümmerte sich Abt Dominik auch um Bibliothek und Archiv. Da die uralten kaiserlichen und königlichen Privilegien (Urkunden) bei der Feuersbrunst in Reutte 1703 sehr gelitten hatten, sandte er 1715 beglaubigte Abschriften davon nach Wien, um sie von Kaiser Karl VI. bestätigen zu lassen, was 1718 auch geschah.

In seinen letzten sechs Lebensjahren schwer krank, starb Abt Dominikus am 4. September 1738 und fand seine letzte Ruhestätte in der Äbtegruft.

gge


L:

Leistle, David: Wissenschaftliche und künstlerische Strebsamkeit im St. Magnusstifte zu Füssen. StMBO 18 (1897) 57–68, bes. 64–68.


Zitierempfehlung: Dierling, Dominikus, in: Biographia Benedictina (Benedictine Biography), Version vom 20.10.2011, URL: http://www.benediktinerlexikon.de/wiki/Dierling,_Dominikus

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