Hauthaler, Willibald: Unterschied zwischen den Versionen

 
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Willibald Hauthaler, Taufname ''Kaspar'', war Schüler am fürsterzbischöflichen Privatgymnasium ''Borromäum'' in Salzburg und trat 1862 in das Erzstift St. Peter ein. Von 1866 bis 1869 studierte er in Salzburg Theologie und von 1872 bis 1874 an der Universität Innsbruck bei J. Ficker und K.F. Stumpf-Brentano Geschichte und Geographie.
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Willibald Hauthaler, Taufname Kaspar, wurde am 5. Jänner 1843 in Nußdorf am Haunsberg als Sohn der Bauersleute Maximilian und Elisabeth Hauthaler geboren. Er war Schüler am fürsterzbischöflichen Privatgymnasium ''Borromäum'' in Salzburg und trat 1862, noch vor der Matura, in das Erzstift St. Peter ein. Von 1866 bis 1869 studierte er in Salzburg Theologie und von 1872 bis 1874 an der Universität Innsbruck bei J. Ficker und K.F. Stumpf-Brentano Geschichte und Geographie.
  
1875 wurde er Lehrer am  Borromäum, 1879 wurde er Direktor des Gymnasiums. 1889 legte er die Schulleitung nieder, blieb aber Lehrer und übernahm nach dem frühen und plötzlichen Tod seines Nachfolgers Balthasar Vogl 1897 erneut den Posten des Direktors. Seit 1899 war er Mitglied des k.k. Landesschulrates.
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1868 wurde er zum Priester geweiht und zeitweise mit der Seelsorge in den Exposituren des Klosters betraut. 1875 wurde er Lehrer am  Borromäum, 1879 wurde er Direktor des Gymnasiums. 1889 legte er die Schulleitung nieder, blieb aber Lehrer und übernahm nach dem frühen und plötzlichen Tod seines Nachfolgers Balthasar Vogl 1897 erneut den Posten des Direktors. Seit 1899 war er Mitglied des k.k. Landesschulrates.
  
1901 wurde er zum 82. Abt des Stiftes gewählt. Zugleich war er bis zu seinem Tod auch Präses der Benediktinerkongregation v. hl. Joseph.
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1901 wurde er zum 82. Abt des Stiftes gewählt. Zugleich war er bis zu seinem Tod auch Präses der Benediktinerkongregation v. hl. Joseph. Während seiner Amtszeit begann infolge des für die k.u.k. Monarchie verlorenen Ersten Weltkriegs die finanzielle Misere des Stiftes (Zeichnung hoher Beträge in Kriegsanleihen).
  
Hauthaler war schon früh an historischen Themen interessiert. In zahlreichen Publikationen beschäftigte sich vor allem mit der Herausgabe von Quellen zur Salzburger Landesgeschichte. Er war der Begründer und erste Bearbeiter des Salzburger Urkundenbuchs.
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Hauthaler war schon früh an historischen Themen interessiert. In zahlreichen Publikationen beschäftigte sich vor allem mit der Herausgabe von Quellen zur Salzburger Landesgeschichte. Er war der Begründer und erste Bearbeiter des Salzburger Urkundenbuchs. Sein sechsbändiges Tagebuch ist eine wichtige Quelle für die Hausgeschichte von St. Peter.
  
 
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{{sub2|TITLE=W|DATA=''Johann Stainhauser, Das Leben, Regierung und Wandel des Hochwürdigisten in Gott Fürsten u. Herrn Herrn Wolff Dietrichen, gewesten Erzbischoven zu Salzburg, etc., etc.'' In: MGSL 13, 1873, 3–140 · ''Die Salzburger Traditionscodices des X. und XI. Jahrhunderts.'' (1882) · ''Urbar des Benediktinen-Stiftes Nonnberg.'' (1883) · ''Der Mondseer Codex Traditionum.'' (1885) · ''Libellus decimationis de anno 1285.'' (1887) · ''Aus den Vatikanischen Registern.'' (1887) · ''Notae Seccovienses.'' (1893) · ''Ein Registerbuch aus dem 14. Jahrhundert.'' (1893) · ''Die große Briefhandschrift zu Hannover.'' (1894) · ''Cardinal Matthäus Lang und die religiös-sociale Bewegung seiner Zeit (1517–1540).'' (1895/96) · ''Salzburger Urkundenbuch.'' 1. Band (1995–1910) · ''Die Nonnberger Rotel von 1509.'' (1899).}}
 
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Aktuelle Version vom 10. November 2016, 11:42 Uhr

Willibald Hauthaler OSB
Foto: Stift St. Peter

Willibald Hauthaler

82. Abt von St. Peter in Salzburg; Historiker

* 5. Jan. 1843 Heimbach b. Nußdorf, Flachgau
† 10. Dez. 1922 Salzburg

Willibald Hauthaler, Taufname Kaspar, wurde am 5. Jänner 1843 in Nußdorf am Haunsberg als Sohn der Bauersleute Maximilian und Elisabeth Hauthaler geboren. Er war Schüler am fürsterzbischöflichen Privatgymnasium Borromäum in Salzburg und trat 1862, noch vor der Matura, in das Erzstift St. Peter ein. Von 1866 bis 1869 studierte er in Salzburg Theologie und von 1872 bis 1874 an der Universität Innsbruck bei J. Ficker und K.F. Stumpf-Brentano Geschichte und Geographie.

1868 wurde er zum Priester geweiht und zeitweise mit der Seelsorge in den Exposituren des Klosters betraut. 1875 wurde er Lehrer am Borromäum, 1879 wurde er Direktor des Gymnasiums. 1889 legte er die Schulleitung nieder, blieb aber Lehrer und übernahm nach dem frühen und plötzlichen Tod seines Nachfolgers Balthasar Vogl 1897 erneut den Posten des Direktors. Seit 1899 war er Mitglied des k.k. Landesschulrates.

1901 wurde er zum 82. Abt des Stiftes gewählt. Zugleich war er bis zu seinem Tod auch Präses der Benediktinerkongregation v. hl. Joseph. Während seiner Amtszeit begann infolge des für die k.u.k. Monarchie verlorenen Ersten Weltkriegs die finanzielle Misere des Stiftes (Zeichnung hoher Beträge in Kriegsanleihen).

Hauthaler war schon früh an historischen Themen interessiert. In zahlreichen Publikationen beschäftigte sich vor allem mit der Herausgabe von Quellen zur Salzburger Landesgeschichte. Er war der Begründer und erste Bearbeiter des Salzburger Urkundenbuchs. Sein sechsbändiges Tagebuch ist eine wichtige Quelle für die Hausgeschichte von St. Peter.

gge


W:

Johann Stainhauser, Das Leben, Regierung und Wandel des Hochwürdigisten in Gott Fürsten u. Herrn Herrn Wolff Dietrichen, gewesten Erzbischoven zu Salzburg, etc., etc. In: MGSL 13, 1873, 3–140 · Die Salzburger Traditionscodices des X. und XI. Jahrhunderts. (1882) · Urbar des Benediktinen-Stiftes Nonnberg. (1883) · Der Mondseer Codex Traditionum. (1885) · Libellus decimationis de anno 1285. (1887) · Aus den Vatikanischen Registern. (1887) · Notae Seccovienses. (1893) · Ein Registerbuch aus dem 14. Jahrhundert. (1893) · Die große Briefhandschrift zu Hannover. (1894) · Cardinal Matthäus Lang und die religiös-sociale Bewegung seiner Zeit (1517–1540). (1895/96) · Salzburger Urkundenbuch. 1. Band (1995–1910) · Die Nonnberger Rotel von 1509. (1899).

L:

ÖBL, Bd. 2 (Lfg. 8), S. 223 · Franz Martin: Abt Willibald Hauthaler, in: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 63 (1923), S. 1–8 · Zaisberger, Friederike: Willibald Hauthaler als Historiker, in: Festschrift St. Peter zu Salzburg 582–1982, S. 335–360.


Zitierempfehlung: Hauthaler, Willibald, in: Biographia Benedictina (Benedictine Biography), Version vom 10.11.2016, URL: http://www.benediktinerlexikon.de/wiki/Hauthaler,_Willibald

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