Aman, Meinrad

Aus Biographia Benedictina

Meinrad Aman OSB
Lithographie von J. Kriehuber, 1835

Meinrad Aman

2. Abt der Benediktinerabtei St. Paul im Lavanttal nach der Wiederbegründung 1827–1839

* 09. April 1785 Hoßkirch, Kr. Ravensburg
† 19. Dez. 1839 Klagenfurt

Meinrad Aman, Taufname Fidelis, wurde 1785 in Hoßkirch in Württemberg geboren. Die Gymnasialstudien absolvierte er im Prämonstratenserkloster Weißenau in Ravensburg. 1803 trat er in die Benediktinerfürstabtei St. Blasien im Schwarzwald ein, wo er nach dem Noviziatsjahr Philosophie und zum Teil auch Theologie studierte. 1806 legte er die Profess ab und erhielt den Ordensnamen Meinrad. Nach der Aufhebung des Stiftes St. Blasien ging er mit einem Teil des Konvents und dem Abt Berthold Rottler zunächst in das Kollegiatstift Spital am Pyhrn in Oberösterreich, im April/Mai 1809 dann in das 1782/87 von Kaiser Joseph II. aufgehobene Benediktinerstift St. Paul im Lavanttal. Dort empfing er am 27. Mai 1809 die Priesterweihe. Seine theologischen Studien hatte er vorher in Wien beendet. Kurz darauf, erst 25 Jahre alt, erhielt Aman den Lehrstuhl für Religionswissenschaft am k.k. Lyzeum in Klagenfurt, nach einem Jahr zusätzlich den für Philosophie. In dieser Funktion war er tätig bis er am 18. April 1827 zum Abt gewählt wurde.

Selbst früher Gymnasialprofessor, beförderte Abt Aman nach Kräften die wissenschaftliche Bildung und wurde 1828 zum landesfürstlichen Prüfungskommissär am Lyceum und Gymnasium Klagenfurt ernannt. Obwohl er selbst nur wenig geprüfte Lehrkräfte zur Verfügung hatte, stellte er 1835 einen Konventualen für die neue Lehranstalt der Benediktiner in Augsburg (Gymnasium bei St. Stephan) ab, wofür ihm König Ludwig von Bayern eigenhändig dankte und Kaiser Franz sein Wohlgefallen aussprach. Mit Eifer widmete sich der Abt der Administration der Stiftsgüter und der prekären wirtschaftlichen Lage des Klosters. Zur Erschließung neuer Einnahmequellen errichtete er 1827 in Eberndorf eine Bierbrauerei und 1838 in Wasserhofen eine Zuckerfabrik; letztere wurde aber nach seinem Tod wegen des geringen Ertrages wieder aufgegeben. Die Stiftsgüter vermehrte er durch Ankauf von Weinbergen bei Marburg (Maribor), besonders durch die Herrschaft Pessnitzhofen (1832) und den Feistritzberger Weingarten in der Pfarre Lembach (1836). Abt Meinrad war Mitglied der Landwirtschaftsgesellschaften von Wien, Steiermark, Kärnten und Krain. Die Landstände wählten ihn wegen seiner Geschäftskenntnis wiederholt zum Verordneten (1831 und 1838).

Das Scheitern der Zuckerfabrikation, die dem Stift eine hohe Schuldenlast aufbürdete, und der Großbrand, der das Meiereigebäude in St. Paul und alle Vorräte vernichtete, setzten Abt Meinrad so zu, dass er erkrankte. Er starb am 19. Dezember 1839, nach viermonatigem Krankenlager und zwölfjähriger Regierung, in Klagenfurt, wo er auch begraben wurde (ad S. Rupertum, Lindner S. 65).

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D:

Prof.: 1806; Sac.: 27. Mai 1809; Abbas: el. 18. April 1827.

L:

Carinthia, 30. Jg., Nr. 2, 11. Jänner 1840, S. [9]–10. · Carinthia, 66. Jg., Nr. 11 (1876), S. 271–273. · Steinringer, Ferdinand: Nekrolog des Abtes vom Benedictiner-Stifte St. Paul im Lavantthale, Meinrad Aman. Klagenfurt, gedruckt bey Ferdinand Edlem v. Kleinmayr, 1840. · Brunner, Sebastian: Ein Benediktinerbuch. Würzburg, Woerl, o.J. (1880), S. 320 · Lindner, Pirmin: Monasticon metropolis Salzburgensis antiquae : Verzeichnisse aller Aebte und Pröpste der Klöster der alten Kirchenprovinz Salzburg. Salzburg: Anton Pustet, 1908.


Zitierempfehlung: Aman, Meinrad, in: Biographia Benedictina (Benedictine Biography), Version vom 16.11.2016, URL: http://www.benediktinerlexikon.de/wiki/Aman,_Meinrad

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