Durst, Bernhard

Aus Biographia Benedictina

Bernhard Durst OSB

Bernhard Durst

Abt von Neresheim 1921–1965, Abtpräses die Beuroner Kongregation 1948–1960

* 08. Nov. 1882 Bad Mergentheim
† 27. April 1966 Neresheim

Bernhard Durst, Taufnamen Hugo August Franz, wurde am 8. November 1882 in Bad Mergentheim geboren, wo sein Vater Reallehrer war. Nach dessen frühem Tod (9. Nov. 1887) übersiedelte die Witwe mit den drei Kindern in den Herkunftsort der Familie, nach Gmünd.

Nach dem Abitur in Ehingen (1901) trat Hugo Durst in die Abtei Beuron ein. Dort legte er als fr. Bernhard am 10. Februar 1903 die Profess ab und studierte dann Philosophie in Maria-Laach und Theologie in Rom (Sant'Anselmo), wo er 1909 zum Dr. theol. promoviert wurde.

Am 22. September 1907 zum Priester geweiht, war er dann Dogmatikdozent in Beuron und Klerikatspräfekt. Schon seit Ostern 1921 Prior in Neresheim, wurde er am 19. August 1921 von Erzabt Raphael Walzer in Übereinstimmung mit der Klosterfamilie zum ersten Abt der zum 14. Juni 1920 wiedererrichteten[1] Abtei Neresheim ernannt und am 8. September von Bischof Paul Wilhelm von Keppler benediziert.

Gemäß dem Ideal der Beuroner Benediktinerkongregation war Abt Bernhard auf eine würdige Feier der Liturgie bedacht. Während seiner Amtszeit wurde die Landwirtschaft (200 Hektar, 1927 mit den Klostergebäuden der Abtei zurückgeschenkt) zu einem Musterbetrieb ausgebaut und die dazu notwendigen Werkstätten eingerichtet. Dazu kam die Errichtung der landwirtschaftlichen Winterschule mit 100 Internatsplätzen, die mit Unterbrechung durch den Zweiten Weltkrieg, während dessen weite Teile des Klosters für ein Umsiedlerlager beschlagnahmt waren, bis 1968 bestand. Vom 15. Oktober 1948 bis 1960 war er Präses der Beuroner Benediktinerkongregation.

Aus Anlass seines 40-jährigem Abtsjubiläum 1961 wurden in der Abteikirche die nach dem Krieg übrig gebliebenen zwei kleinen Glocken aus dem 15. und 16. Jahrhundert um fünf tiefere Glocken zu einem vollständigen Geläute ergänzt.

Von Alter und Krankheit gezeichnet, legte Abt Bernhard am 25. Juli 1965 die Leitung der Abtei nieder. Zu seinem Nachfolger wurde am 14. August d.J. Johannes Kraus gewählt.

gge

  1. Mit 1919 aus der Abtei Emmaus in Prag vertriebenen deutschen Mönchen und Mönchen aus Beuron.

D:

Prof.: 10. Feb. 1903; Sac.: 22. Sep. 1907; Abbas: el. 19. Aug. 1921, ben. 8. Sep. 1921; Dev.: Spes mea in Deo, auch: Christus spes mea.

A:

Ehrenbürger der Stadt Neresheim (1957).

W:

Das Wesen der Eucharistiefeier und des christlichen Priestertums. Neresheim: Ulrichsbuchhdlg., 1953.

L:

Bibliographie der deutschsprachigen Benediktiner 1880–1980. St. Ottilien: EOS, 1985–1987 · Benediktinische Monatsschrift 1921, S. 504 · Necrologium Beuronense, S. 280–281.

Normdaten:

GND: 1012184013

Zitierempfehlung: Durst, Bernhard, in: Biographia Benedictina (Benedictine Biography), Version vom 8.3.2017, URL: http://www.benediktinerlexikon.de/wiki/Durst,_Bernhard

Drucken/exportieren