Engelmann, Ursmar

Aus Biographia Benedictina

Ursmar Engelmann OSB

Ursmar Engelmann

8. Erzabt von Beuron, 1970–1980

* 15. Aug. 1909 Jena, Thüringen
† 16. Juli 1986 Sigmaringen, Baden-Württemberg

Ursmar Engelmann, Taufname Johannes Maximilian, wurde am 15. August 1909 in Jena als Sohn einer Beamtenfamilie geboren. Nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums studierte er evangelische Theologie und Geschichte in Jena, Wien und Freiburg im Breisgau und wurde 1933 in Jena zum Dr. phil. promoviert. In Wien war er außerordentliches Mitglied des Instituts für österreichische Geschichtsforschung.

1935 konvertierte er zur katholischen Kirche und trat in die Benediktiner-Erzabtei Beuron ein (Profess 27. Dez. 1936). Von 1936 bis 1939 studierte er katholische Theologie an der Hauslehranstalt in Beuron und wurde am 18. Februar 1940 in der Abteikirche zum Priester geweiht. Von 1941 bis 1945 leistete er Kriegsdienst als Sanitäter an der Ostfront.

1945 wurde er als Gehilfe von P. Anselm Manser 2. Bibliothekar und war von 1947 bis 1970 Bibliothekar in Beuron. Im Jubiläumsjahr 1963 konnte er die Bibliothek und drei weitere Stockwerke ausbauen.

Von 1952 bis 1969 lehrte er an der theologischen Hochschule Altchristliche Literaturgeschichte, Kirchengeschichte und Kunstgeschichte, die gleichen Fächer am Katechetischen Seminar der Diözese Rottenburg im Sonnenhaus Beuron, arbeitete an der Benediktinischen Monatsschrift (später: Erbe und Auftrag) mit (viele Rezensionen) und war seit 1955 Subprior. Von 1957 bis 1967 war er Prior unter den Äbten Benedikt Reetz und Damasus Zähringer und von 1967 bis 1970 Prior-Administrator. Zum Erzabt gewählt am 2. März 1970, benediziert am 21. März 1971, frei resigniert am 6. Januar 1980.

Als Abt hielt er wöchentlich theologische Konferenzen und führte 1976 das gemeinsame Chorgebet für Patres und Brüder in deutscher Sprache ein. In den Jahren nach 1974 wurde die Abteikirche gesamtrenoviert und der Neubau des Beuroner Kunstverlags eingeleitet.

Er war Mitglied der Bayerischen Benediktinerakademie und korrespondierendes Mitglied der Kommission für Landesgeschichte in Baden-Württemberg. Nach seiner Resignation blieb er in Beuron und war weiterhin seelsorgerisch und wissenschaftlich tätig. Von ihm stammen zahlreiche Bücher und wissenschaftliche Aufsätze zur Kirchengeschichte.

Er starb am 16. Juli 1986 im Krankenhaus Sigmaringen und wurde in Beuron bestattet.

gge


D:

Vest.: 1. Aug. 1935; Prof.: 27. Dez. 1936, 8. Dez. 1939; Sac.: 18. Feb. 1940; Archiabbas: el. 2. März 1970, ben. 21. März 1970, res. 6. Jan. 1980; Dev.: Ich hoffe auf den Herrn, es hofft meine Seele, ich harre auf sein Wort (Ps. 130, 5).

W:

53 Titel · Untersuchungen zur klösterlichen Verfassungsgeschichte in den Diözesen Magdeburg, Meissen, Merseburg und Zeitz-Naumburg. Jena 1933 · Die Reichenau - Urkunden und Bilder aus Kunst und Leben, Karl Zink Verlag 1955 · Der heilige Pirmin und sein Missionsbüchlein, Thorbecke 1959 · Die Psychomachie des Prudentius. Lateinisch-Deutsch. Herder 1959 · Christus am Kreuz : Romanische Kruzifixe zwischen Bodensee und Donau, Beuroner Kunstverlag 1966 · Wurzel Jesse, Buchmalerei des frühen 13. Jahrhunderts, Beuroner Kunstverlag 1966 · Reichenauer Buchmalerei, Initialen aus einem Lektionar des frühen 10. Jahrhunderts, Herder 1971 · Der heilige Pirmin und sein Pastoralbüchlein, Sigmaringen 1976 · Die Monatsbilder von Santa Maria del Castello in Mesocco, Herder 1977 · Heiligkreuztal. Wege zum Verständnis von Kloster und Kirche, Beuroner Kunstverlag 1979.

L:

Primizfeier des Hochwürdigen Benediktinerpaters Dr. Ursmar Engelmann - Kloster Beuron in der St. Johannis-Pfarrkirche zu Jena am 21. April 1940, 1940 · Gordan, Paulus: Fähig, der Eigenart vieler zu dienen : Erzabt Dr. Ursmar Engelmann von Beuron zum 70. Geburtstag, in: Konradsblatt 32 (1979), S. 8 · Bibliographie der deutschsprachigen Benediktiner 1880–1980. St. Ottilien : EOS, 1985–1987 · Necrologium Beuronense, Beuron 2013, S. 186, 234–235 · Todesmitteilung in Erbe und Auftrag 62 (1986), S. 393–394 (von ihm selbst verfasst).

Normdaten:

GND: 105456136

Zitierempfehlung: Engelmann, Ursmar, in: Biographia Benedictina (Benedictine Biography), Version vom 1.4.2017, URL: http://www.benediktinerlexikon.de/wiki/Engelmann,_Ursmar

Drucken/exportieren