Flugi d’Aspermont, Romarico

Aus Biographia Benedictina

Romarico Flugi d’Aspermont OSB

Romarico Flugi d’Aspermont

Abtordinarius von Monaco 1868–1871; Generalabt der Kongregation von Subiaco 1890–1896; Titularabt von S. Maria di Torrechiara

* 10. Feb. 1821 Neapel
03. Juli 1904 Rom

Romarico Flugi d’Aspermont, Taufname Nicola Emanuele, geboren 1821 in Neapel, war der Sproß einer schweizerischen Adelsfamilie. Der Vater, Nicolaus Flugi d’Aspermont, war als Offizier der napoleonischen Armee nach Neapel gekommen und unter der Bourbonenherrschaft Feldmarschall und Kommandant der Provinz Avellino. Der Sohn Nicola erhielt seine Schulbildung und Erziehung in Chur, am Kollegium Hofwil und in Neapel. Danach in der Zivilverwaltung tätig, wurde er 1860 nach der Vereinigung Neapels mit dem Königreich Italien durch die Garibaldisten kurzzeitig verhaftet und quittierte den Dienst. Am 25. November 1863 trat er in das Noviziat des Benediktinerklosters Subiaco ein (Profess 3. Dez. 1864) und wurde am 23. Dezember 1865 von Bischof Gaetano Rodilossi von Alatri in dessen Privatkapelle zum Priester geweiht. 1866 ging er für zwei Jahre als Klerikerpräfekt und Cellerar an das Collegio S. Ambrogio nach Rom. Am 13. Mai 1868 legte er in Subiaco die feierliche Profess ab.

1868 von Papst Pius IX. zum Abtordinarius für das Fürstentum Monaco ernannt (Territorialabtei Saints-Nicholas-et-Benoît, im selben Jahr aus dem Bistum Nizza ausgegliedert), erhielt Flugi am 17. Mai 1868 in der Basilika S. Scholastica durch den Apostolischen Administrator Filippo Manetti die Benediktion und wurde am 12. Mai 1868 von Pietro Casaretto feierlich in Monaco eingeführt. Dort geriet Flugi bald in Konflikte mit dem Fürsten und seinem Generalvikar Isidore Robot und bat schon im August um seine Entpflichtung, die Generalabt Casaretto aber nicht befürwortete. Flugi blieb vorläufig im Amt und nahm in seiner Eigenschaft als Territorialabt am Ersten Vatikanischen Konzil in Rom teil, wo er sich zwar nicht zu Wort meldete, aber alle Beschlüsse zum Unfehlbarkeitsdogma unterzeichnete. Im August 1870 nach Monaco zurückgekehrt, wurde er dort am 21. Mai 1871 vom Fürsten zur unerwünschten Person erklärt und ging nach Subiaco zurück. Nach der Aufhebung des Klosters durch den italienischen Staat 1874 lebte er bei Verwandten in Chur. Das Angebot, 1877 in der Nachfolge von Abt Paulus Birker die Abtei Disentis zu übernehmen, lehnte er ab.

1880 nahm Flugi als Abbas a regimine absolutus am Generalkapitel der Kongregation von Subiaco in Rom teil, das ihn anstelle Colombano Canevellos zum Generalprokurator beim hl. Stuhl wählte. Mit Datum 16. Februar 1881 ernannte ihn Papst Pius IX. zum Titularabt von S. Maria di Torrechiara (Parma). 1888 wurde Flugi in seinem Amt bestätigt und am 15. April 1890 unerwartet als Nachfolger des plötzlich verstorbenen Jordan Ballsieper fünfter Generalabt der Kongregation. Flugi, der noch wenige Wochen zuvor Generalabt Ballsieper wegen seiner Gebrechen um seine Entpflichtung ersucht hatte, akzeptierte die Wahl, behielt aber seine Residenz in Rom, statt wie von den Statuten vorgesehen in Subiaco. 1896 wurde Domenico Serafini zum Generalabt gewählt und Flugi d’Aspermont zum drittenmal Generalprokurator. 1900 als Generalprokurator wiedergewählt, erhielt er aber – wegen Alter und Krankheit (Gicht) kaum noch in der Lage, sein Amt auszuüben – seinen Sekretär Ambrose Agius als Koadjutor zur Seite gestellt. In den letzten zwei Jahren vor seinem Tod war Flugi, wie es im Nachruf heißt, nicht mehr fähig, die hl. Messe zu feiern. Er starb am 3. Juli 1904 in Sant’Ambrogio und wurde auf Wunsch und im Beisein des Abtprimas Hildebrand de Hemptinne in der für die Primatialabtei Sant’Anselmo reservierten Grabstelle auf dem Campo Verano beigesetzt.

gge


D:

Vest.: 25. Nov. 1863; Prof.: 3. Dez. 1864, 13. Mai 1868; Sac.: 23. Dez. 1865.

L:

StMBO 25 (1904), S. 914. · L'Italia benedettina. Rom: Ferrari, 1929, S. 136. · Lunardi, Giovanni: Romarico Flugi d'Aspermont (1821–1904), in: I monasteri italiani della Congregazione Sublacense (1843–1972), Parma: Scuola Tipografica Benedettina, 1972, S. [407]–417.


Zitierempfehlung: Flugi d’Aspermont, Romarico, in: Biographia Benedictina (Benedictine Biography), Version vom 27.6.2013, URL: http://www.benediktinerlexikon.de/wiki/Flugi_d%E2%80%99Aspermont,_Romarico

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