Forster, Edeltraud

Aus Biographia Benedictina

Edeltraud Forster OSB Foto: Abtei St. Hildegard

Edeltraud Forster

3. Äbtissin der Abtei St. Hildegard in Rüdesheim-Eibingen 1978–1998

* 09. Nov. 1922 Bottrop
† 28. März 2019 Rüdesheim-Eibingen

Edeltraud Forster, Taufname Mathilde, stammte aus Bottrop im Ruhrgebiet. Nach dem Krieg und einem Notabitur in Gladbeck arbeitete sie als Rot-Kreuz-Schwester, pflegte Schwerverletzte, erlebte Geburten mit und begleitete Sterbende. Ab 1946 studierte sie zunächst Religionspädagogik, später Theologie an der Universität Münster. Mit ihrem damaligen Lehrer, dem späteren Bischof von Mainz, Kardinal Hermann Volk, verband sie eine lebenslange Freundschaft.

1949 trat sie in die Abtei St. Hildegard ein. Viereinhalb Jahre später, am Osterdonnerstag 1954, legte sie ihre feierliche Profess ab und erhielt die Jungfrauenweihe (consecratio virginum). Nach verschiedenen Diensten und Aufgaben (Elektrikerin, Waschfrau, Zahnarzthelferin, Gastschwester) wurde sie 1961 Novizenmeisterin. Viele Jahre lang bildete sie auch den Ordensnachwuchs der Bayerischen Benediktinerklöster aus. Dazu kamen unzählige geistliche Vorträge und Konferenzen. Am 17. August 1978 wurde sie als Nachfolgerin von M. Fortunata Fischer zur Äbtissin gewählt und am 15. September 1978 durch Bischof Dr. Wilhelm Kempf von Limburg benediziert.

Ein Höhepunkt ihrer Zeit als Äbtissin war die Gründung des Benediktinerinnenklosters Marienrode in Hildesheim mit zehn Schwestern aus Eibingen am 5. Mai 1988. Mehr als 50 Mal musste sie zwischen dem Rheingau und Hildesheim hin- und herpendeln. Am 5. Mai 1998 wurde Marienrode selbständiges Priorat. Zweimal versuchte Edeltraud Forster vergeblich, in Rom die Heiligsprechung Hildegards von Bingen und ihre Ernennung zur Kirchenlehrerin zu erreichen, die schließlich am 7. Oktober 2012 – während der Amtszeit ihrer Nachfolgerin Clementia Killewald – erfolgte. 1992 wurde sie Mitglied der Bayerischen Benediktinerakademie.

Am 21. September 1998, nach Abschluss des Jubiläumsjahres zum 900. Geburtstag der hl. Hildegard von Bingen, trat Äbtissin Edeltraud Forster aus Altersgründen von ihrem Amt zurück, war aber noch lange in der geistlichen Begleitung von Menschen aller Generationen tätig. Im Ruhestand lebte sie in der Abtei St. Hildegard. Sie starb am 28. März 2019 und wurde am 5. April 2019 auf dem Klosterfriedhof beigesetzt.

gge, Nov. 2016, rev. März 2019


D:

Prof.: 1951, 22. April 1954; Abbatissa: el.17. Aug. 1978, ben. 15. Sep. 1978, res. 21. Sep. 1998; Dev.: Inveniamur in Christo – Eins werden in Christus.

W:

Hildegard von Bingen : Prophetin durch die Zeiten ; zum 900. Geburtstag / hrsg. von Äbtissin Edeltraud Forster. Freiburg i. Br. [u.a.]: Herder, 1997.

Q:

Bistum Limburg · Abtei St. Hildegard

Normdaten:

GND: 173142192

Zitierempfehlung: Forster, Edeltraud, in: Biographia Benedictina (Benedictine Biography), Version vom 1.4.2019, URL: http://www.benediktinerlexikon.de/wiki/Forster,_Edeltraud

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