Freudenpichl, Ambros

Aus Biographia Benedictina

Ambros von Freudenpichl

Ambros von Freudenpichl

nach Friess: Freidenpichl

Abt des Stiftes Garsten 1715–1729

* 1679 Oberndorf, Steiermark
† 22. Dez. 1729 Rosenegg

Ambrosius von Freudenpichl (Profess 1696, Priesterweihe 1703) war Doktor der Theologie, der Rechte und der Philosophie. Letztere lehrte er auch als Professor in Salzburg, wo er von Erzbischof Graf Harrach mit Ehren überhäuft wurde. Auf Wunsch seines Abtes nach Garsten zurückgekehrt, übernahm er dort die Betreuung der Wallfahrt zu Christkindl. Er war außerdem erzbischöflicher Konsistorialrat und Apostolischer Protonotar. Am 25. Juni 1715 als Subprior zum Abt gewählt, wurde er am 10. August 1715 in der Stiftskirche infuliert.

Abt Ambros übernahm die Leitung des Klosters im Geiste seines Vorgängers. Er ließ die Heilig-Kreuz-Kapelle errichten und den Kreuzaltar in der Losensteiner Kapelle, außerdem einen weiteren Gasttrakt an der sog. Schweizerstiege und die Grotte mit den Springbrunnen. 1721 wurde er Verordneter des Prälatenstandes und Landrat.

Große Sorgfalt widmete der Abt den wirtschaftlichen Angelegenheiten des Klosters. 1722 verkaufte er die Stiftsherrschaft Gastern an der Thaya an den Grafen Karl von Lamberg, die, weil zu weit von Garsten entfernt, dem Kloster nur Verluste einbrachte. Um die Wirtschaft und die Finanzen besser übersehen zu können, führte er die genaue Aufzeichnung der täglichen Einnahmen und Ausgaben ein und ließ sie sich wöchentlich vorlegen.

Als am 29. August 1727 eine Feuersbrunst die Stadt Steyr verwüstete, bot Abt Ambros vielen Ausgebrannten Obdach im Kloster und stellte den Nonnen das Schloss Rosenegg zur Verfügung. Sie lebten dort 14 Monate, während derer Abt Freudenpichl sich um die Wiederherstellung ihres Klosters kümmerte. Am 17. Oktober 1728 weihte er es wieder ein.

Gegen Ende seines Lebens wurde Freudenpichl noch in einen Prozess mit dem Stadtrat von Steyr wegen der von ihm als Patron nach dem Tod des pfarrlichen Kirchendieners zu Steyr vorgenommenen Sperre verwickelt, der aber nicht entschieden wurde, obwohl er bis vor das Obergericht in Wien gebracht worden war.

Schon länger kränkelnd starb Abt Ambros Freudenpichl am 22. Dezember 1729 auf dem Schloss Rosenegg, wohin er sich „in stiller Einsamkeit und ruhiger Ergebung zum Tode“ (Pritz 84) zurückgezogen hatte.

gge


L:

Pritz, Franz Xaver: Beschreibung und Geschichte der Stadt Steyer und ihrer nächsten Umgebungen. Linz, Haslinger, 1837. S. 448–449 · Ders.: Geschichte der ehemaligen Benediktiner-Klöster Garsten und Gleink. Linz: Haslinger, 1841. S. 83–85 · Friess, Gottfried Edmund: Geschichte des Benedictiner-Stiftes Garsten in Ober-Oesterreich. StMBO III/2 (1882) 6–26, bes. 24–26.


Zitierempfehlung: Freudenpichl, Ambros, in: Biographia Benedictina (Benedictine Biography), Version vom 16.10.2011, URL: http://www.benediktinerlexikon.de/wiki/Freudenpichl,_Ambros

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