Hälg, Viktor

Aus Biographia Benedictina

Viktor Hälg OSB

Viktor Hälg

Missionsbenediktiner und 2. Abtbischof von Ndanda (Mtwara) in Tansania.

* 12. Nov. 1906 Kirchberg
† 29. Nov. 1975 Feldkirch

Viktor Hälg, Taufname Anton, wurde 1906 als Sohn des Heimstickers Alois Hälg und seiner Frau Therese, geb. Keller in Kirchberg im Kanton St. Gallen in der Schweiz geboren. Er besuchte die heimatliche Oberrealschule, von der er nach zweieinhalb Jahren in die dritte Gymnasialklasse ins Kollegium Maria Hilf in Schwyz übertrat.

Nach der Matura 1927 trat er in die Missionsbenediktinerabtei St. Ottilien ein. 1932 wurde er zum Priester geweiht. 1933 erlangte er an der Universität London das Koloniallehrerpatent und wurde Rektor des katholischen Lehrerseminars in Ndanda (Tansania). Seit 1939 Generalvikar der Diözese und seit 1942 Prior der Abtei Ndanda, wurde er 1949 als Nachfolger des resignierten Joachim Ammann mit dem Titularsitz Baia zum Abtbischof(-koadjutor) ernannt und geweiht.

Hälg förderte die einheimische Sprache Swahili, das Gesundheitswesen und die Sozialzentren. Er gründete mehrere Handwerkerschulen, eine Landwirtschaftsschule und zwei Sozialschulungszentren. Neben der Erweiterung des Krankenhauses in der Abtei Ndanda gründete er zwei neue Spitäler, eine Mütterklinik, ein Aussätzigenhospital und Krankenstationen auf den Dörfern. Weil er sich so intensiv um die Kranken annahm, übertrug ihm die tansanische Bischofskonferenz den Vorsitz des ständigen medizinischen Ausschusses. Mit der Errichtung der Diözese Mtwara 1972 gab er deren Leitung an den einheimischen Bischof Maurus Libaba ab, blieb aber Vorsteher der Abtei.

1975 kam er für einen Kuraufenthalt im Montafon nach Europa. Als er von einer Besprechung zu Fuß eine Stunde Weges zu seiner Unterkunft gehen wollte, erfasste ihn bei Schruns ein Auto. Er starb sechs Tage später, am 29. November, an den Folgen des Unfalls und wurde in der Kreuzkapelle der Klosterkirche von St. Ottilien beigesetzt.

gge, März 2010, rev. März 2019


Daten:

Vest.: 1927; Prof.: 5. Nov. 1928; Sac.: 6. März 1932; Ep. tit. Baianensis u. Abbas coadjutor: nom. 13. Jan. 1949, cons. 29. Juni 1949 (Ebf. Edgar Aristide Maranta OFMCap), inst. 15. Dez. 1949, res. (Ep.) 18. Dez. 1972.

Literatur:

Heim, Walter: Hälg, Viktor, in: Historisches Lexikon der Schweiz, 11/02/2005 · Auf der Maur, Ivo: Benediktiner und Missionar, in: Schweizerische Kirchenzeitung 144 (1976), S. 121 · Missionsblätter: Das Magazin der Missionsbenediktiner von St. Ottilien, 110. Jahrgang, Heft 2, 2015.


Zitierempfehlung: Hälg, Viktor, in: Biographia Benedictina (Benedictine Biography), Version vom 10.3.2019, URL: http://www.benediktinerlexikon.de/wiki/H%C3%A4lg,_Viktor

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