Lasser, Johann

Aus Biographia Benedictina

Johann Lasser OSB

Johann Baptist Lasser, Ritter von Zollheim

52. Abt des Stiftes Lambach 1873–1889

* 24. April 1822 Matrei in Osttirol
† 25. Dez. 1889 Stift Lambach OÖ

Der spätere Abt Johann Lasser von Zollheim entstammte einer alten, schon 1525 in der salzburgischen Adelsmatrikel verzeichneten und 1708 mit dem Prädikat von Zollhaimb in den Reichsritterstand erhobenen Familie, deren Mitglieder schon im 16. und 17. Jahrhundert als Pfleger in Windischmatrei und Hopfgarten in Diensten des Erzstiftes Salzburg gestanden hatten. Der bekannteste Vertreter war Josef Lasser von Zollheim (1815–1879), k. k. Minister des Innern, ein Cousin ersten Grades (BLKÖ 14 (1865), S. 174f.)

Johann Lasser wurde 1822 in Windisch-Matrei als jüngerer der beiden Söhne des Gerichtskanzlisten Alois Augustin Lasser (1787–1845) und seiner Frau Ursula Raneburger (1794–1849) geboren und auf den Namen Georg getauft. Er besuchte das Gymnasium in Bozen und studierte dann zwei Jahre Philosophie in Innsbruck. 1842 trat er in das Zisterzienserstift Stams ein, legte 1845 die Profess ab und wurde 1846 Priester (Primiz 9. Aug. 1846). Danach war er Kooperator in Obsteig, Wildermieming und Seefeld 1847—1851. Acht Jahre war er Subprior 1851—1859 und 1853 Lektor für Pastoralthologie am Hausstudium in Stams (1851–1854, 1860, 1865–1867). Von 1860 bis 1865 war er im Kloster Rein und Auxiliar in Straßengel, dann wieder Lektor in Stams.

1867 in die Benediktinerabtei Lambach in Oberösterreich übergetreten, absolvierte er dort erneut ein Noviziat und legte am 10. August 1868 ein neues Stabilitätsgelübde ab. Er war dann Bibliothekar, Spiritual und Theologiedozent, bis er am 14. Mai 1873 zum Abt gewählt und am 15. Mai 1873 benediziert wurde. Als solcher brachte in kurzer Zeit das Stift zu neuer Blüte. Er ließ Neubauten und Restaurierungen vornehmen, u.a. der Stiftskirche (1874/75), und erreichte 1883 bei Papst Leo XIII. die Anerkennung der Verehrung des Klostergründers Adalbero († 1090). 1878 warb Abt Maurus Wolter von Beuron, in Lambach für einen Anschluss des Stiftes an die Beuroner Kongregation, konnte jedoch das Stiftskapitel nicht überzeugen.

Am 20. September 1885 wurde Abt Lasser zum wirklichen Konsistorialrat der Diözese Linz ernannt. Im selben Jahr erlitt er einen Schlaganfall, an dessen Folgen er bis zum Tod zu leiden hatte. Er bat um seine Resignation, erhielt aber vom Linzer Ordinariat keine Genehmigung dazu. In der Weihnachtsnacht 1889 erlag er einem neuerlichen Schlaganfall.

Er war s. k. k. Majestät Rat.

gge, April 2017


G:

V.: Alois Augustin Lasser (* 20. Mai 1787; † 10. Feb. 1845 Matrei), Gerichtskanzlist; M.: Ursula Raneburger (* 20. Okt. 1794; † 7. Feb. 1849).

D:

Prof.: 21. Sep. 1845 in Stams (Tirol), 10. Aug. 1868 in Lambach (OÖ); Sac.: 22. Juli 1846; Abbas: el. 14. Mai 1873, ben. 15. mai 1873.

L:

Ritter, Emmeram: Johann Baptist Lasser, Ritter von Zollheim, der 52. Abt von Lambach. Tiroler Heimatblätter Jg. 40 (Innsbruck 1965) S. 37–40. · ÖBL 5 (1970) 35. · STMBO 11 (1890) 118–120 [Nachruf (lat.)] · Eilenstein, Arno: Die Benediktinerabtei Lambach in Österreich ob der Enns und ihre Mönche. Linz 1936, S. 102.


Zitierempfehlung: Lasser, Johann, in: Biographia Benedictina (Benedictine Biography), Version vom 30.10.2017, URL: http://www.benediktinerlexikon.de/wiki/Lasser,_Johann

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