Mergel, Leo

Aus Biographia Benedictina

Leo von Mergel OSB
Foto: Abteiarchiv Metten

Leo von Mergel

4. Abt von Metten 1898–1905; Bischof von Eichstätt 1905–1932

* 09. Dez. 1847 Rohrbach [heute zu Rennertshofen]
† 20. Juni 1932 Eichstätt

Leo Mergel, Taufname Johannes Ev., seit 1906 Ritter von Mergel, war der Sohn eines Kleinbauern aus Rohrbach bei Neuburg an der Donau. Er besuchte die Lateinschule in Eichstätt, wo er nach dem Abitur 1868 auch Theologie studierte. Am 29. März 1873 zum Priester geweiht, war er dann Kaplan in Gnadenberg, bis ihn Bischof Franz Leopold von Leonrod zum Studium des Kirchenrechts nach Rom sandte. Dort war Mergel Kaplan an der Anima und wurde 1875 zum Dr. jur. can. promoviert.

Nach Eichstätt zurückgekehrt, übernahm Johannes Mergel die Leitung des bischöflichen Knabenseminars, musste dieses Amt jedoch aus gesundheitlichen Gründen bald aufgeben und wurde 1876 Kaplan, dann Benefiziat (d.h. Inhaber einer Pfründe) und Religionslehrer in Ingolstadt. Dort starb am 13. Januar 1884 sein älterer Bruder Joseph. 1882 schied Mergel aus dem Dienst der Diözese aus und trat als Frater Leo in die Benediktinerabtei Metten ein. Dort leitete er das Knabenseminar und unterrichtete Religion, Italienisch und Spanisch, bis er 1898 zum Abt gewählt wurde. Schon bald nach seiner Amtseinführung begann er mit dem Umbau des Klosters.

Nach dem Tod Bischof Leonrods von Prinzregent Luitpold 1905 zum Nachfolger nominiert, wurde Mergel nach dem Bistumsgründer Willibald der zweite Benediktiner auf dem Eichstätter Bischofsthron. Am 27. Dezember 1905 erhielt er von Nuntius Carlo Caputo im Dom zu Eichstätt die Bischofsweihe und – wie damals üblich – den bayerischen Personaladel (1906).

Als Bischof setzte sich Leo von Mergel v.a. für die Ausbildung des Priesternachwuchses und die Klöster seiner Diözese ein. Insgesamt entstanden in seiner Amtszeit 35 neue klösterliche Niederlassungen. 1914 wurden das Benediktinerinnenpriorat St. Walburg und 1917 das Benediktinerkloster Plankstetten zur Abtei erhoben. 1920 konnte in Neumarkt in der Oberpfalz das Provinzialat Bayern-Pfalz der Niederbronner Schwestern errichtet werden. 1922 eröffnete in Abenberg die Kongregation der Schwestern von der Schmerzhaften Mutter (Franziskanerinnen) ihr Noviziat. 1931 zog der nach dem Ersten Weltkrieg aus Sittich vertriebene Zisterzienserkonvent unter seinem Abt Bernhard Widmann ins Kloster Seligenporten ein (wenn auch nur bis 1934).

Persönlich bescheiden und anspruchslos blieb Leo Mergel zeitlebens seinen Mönchsidealen treu. Er lebte asketisch und zurückgezogen; öffentliches Aufsehen um seine Person war ihm fremd. Nach seinem Tod 1932 wurde er in einer Seitenkapelle des Eichstätter Doms beigesetzt, wo ein Relief aus Jurastein an ihn erinnert.

gge, Juni 2013


D:

Sac.: 29. März 1873; Vest.: 1882; Prof.: 7. Dez. 1883; Abbas: el. 25. Juni 1898, ben. 28. Juli 1898, res. 1905, Ep.: nom. 5. Okt. 1905, conf. 11. Dez. 1905, ord. 27. Dez. 1905 (Nuntius Carlo Caputo).

W:

Historische Beschreibung des bischöflichen Knabenseminars zu Metten, in J.B. Mehler: St. Wolfgangs-Büchlein für die Jugend, Festschrift. Regenbsurg 1894, S. 331–348.

L:

Schönberger, L.: Bischof Leo von Mergel. Alt und Jung Metten (AJM) 6 (1932), S. 115–126. · Kolmer, Leo: Abt Leo Mergel OSB. AJM 15 (1948), S. 5–7.


Zitierempfehlung: Mergel, Leo, in: Biographia Benedictina (Benedictine Biography), Version vom 9.4.2018, URL: http://www.benediktinerlexikon.de/wiki/Mergel,_Leo

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