Messerer, Alois

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Alois Messerer

42. Abt des Benediktinerstifts Altenburg 1821–1842

* 29. Juni 1783 Znaim, Mähren
† 21. Jan. 1842 Karlsbad

Alois Messerer, Taufname Peter, geboren am 29. Juni 1783 in Znaim in der Diözese Brünn als Sohn eines Webermeisters. Zwei Brüder waren Zisterzienser im Stift Lilienfeld.

Er studierte in Wien und trat 1803 in das Stift Altenburg ein, wo er im Oktober 1806 seine Profess ablegte. Nach der Priesterweihe 1808 war er zuerst Kooperator an der Stiftspfarre, dann in Horn, von 1815 bis 1820 Pfarrer in Strögen, bis er als Prior, Novizenmeister und Pfarrverweser in das Stift berufen wurde. Am 24. Januar 1821 zum Nachfolger des verstorbenen Abtes Berthold Reisinger gewählt, wurde er am 12. März desselben Jahres in St. Pölten von Bischof Dankesreither benediziert.

Ihm fehlten eine solide monastische Ausbildung und die dringend erforderlichen wirtschaftlichen Kenntnisse und Fähigkeiten, um das hochverschuldete Stift finanziell zu sanieren. Dies gelang erst dem 1828 nach einer bischöflichen Visitation von seiner Pfarrstelle als Kanzleidirektor und Waisenkämmerer in das Stift zurückberufenen Honorius Burger.

Abt Alois fiel die Aufgabe zu, den am 20. Juni 1820 durch Blitzschlag und Brand schwer beschädigten Turm der Stiftskirche wiederherzustellen und mit neuen Glocken zu versehen. Er begann damit erst 1831, hielt sich dabei aber nicht an die originalen Pläne des Barockbaumeisters Josef Munggenast (1680–1741), sondern orientierte sich an der Turmkuppel „bei den Barmherzigen“ in Wien. Er ließ ferner die abgebrannten Wirthschaftsgebäude in Limberg von Grund auf neu bauen sowie das Schlossgebäude selbst einer umfangreichen Sanierung unterzogen werden musste. Er baute in Ludweis den abgebrannten Pfarrhof und ein Schulhaus, ließ die Schulhäuser in Röhrnbach und St. Marein mit einem Stockwerk versehen, auf die Kirchtürme in Aigen und Ludweis neue Kuppeln setzen und die dringendsten Reparaturen am Stiftsgebäude und in Wiesent, Wildberg und Drösiedl vornehmen.

Abt Alois starb am 21. Januar 1842 in Karlsbad. Am 31. August 1842 wurde der seit 1836 zusammen mit P. Raimund Albrecht als Koadministrator von Abt Alois Messerer eingesetzte und seit 1839 erneut in Altenburg als Kanzleidirektor, Stiftskämmerer, Kellermeister und Waisenamtsverwalter wirkende Honorius Burger (1842–1878) zum Abt gewählt und einen Tag später benediziert.

gge, März 2026


Daten:

Prof.: Okt. 1806; Sac.: 1808; Abbas: el. 24. Jan. 1821, ben. 12. März 1821.

Literatur:

Egger, Hanna: Altenburg, in: Ulrich Faust, Waltraud Krassnig (Hrsg.): Die Benediktinischen Mönchs- und Nonnenklöster in Österreich und Südtirol. EOS-Verlag, St. Ottilien 2000 (Germania Benedictina, III/1), ISBN 3-8306-7029-X, S. 213–289 · Dies.: Stift Altenburg und seine Kunstschätze. Niederösterreichisches Pressehaus, 1981, S. 33.


Zitierempfehlung: Messerer, Alois, in: Biographia Benedictina (Benedictine Biography), Version vom 9.03.2026, URL: http://www.benediktinerlexikon.de/wiki/Messerer,_Alois

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