Meyer, Paul

Aus Biographia Benedictina

Paul Meyer OSB

Paul Meyer

Abt des Stiftes Garsten 1757–1763

* 12. Dez. 1721 Lauterbach, Gem. Inzersdorf im Kremstal
† 30. Okt. 1763 Garsten

Paulus Meyer war der jüngere Bruder des Kremsmünsterer Abtes Erenbert Meyer (1716–1800) und wurde wie dieser in Lauterbach in der Pfarre Kirchdorf an der Krems geboren, wo der Vater Pfleger (Verwalter) war. 1741 in das Stift eingetreten, hatte er nach der Priesterweihe 1745 verschiedene Ämter bekleidet: Pfarrprovisor in Gaflenz, dann Wallfahrtsseelsorger in Christkindl und schließlich Stiftskämmerer. Nach dem Tod Leopold Tills wurde er am 8. August 1757 zum Abt gewählt und bald auch Rechnungsrat bei den Ständen.

Während seiner Amtszeit zeigten sich in Österreich die ersten Vorboten der Aufklärung, die schließlich zum Untergang vieler Klöster, auch Garstens, führen sollte. 1760 musste der Regierung eine genaue Aufzeichnung aller Güter und Renten und ein Nachweis über alle Ausgaben übergeben werden. Der Siebenjährige Krieg forderte von dem hoch verpfändeten Kloster immer neue Steuern; dazu kamen Unglücksfälle wie das Hochwasser der Enns 1761, das auch das Stift in Mitleidenschaft zog. 1762 unterzog der Passauer Bischof Graf Thun die Klöster seiner Diözese, auch Garsten, einer strengen Visitation.

Abt Paulus lebte nicht lange genug, als dass er Bedeutendes hätte leisten können. Er starb am 30. Oktober 1763, erst 42 Jahre alt.

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D:

Pritz, Franz Xaver: Beschreibung und Geschichte der Stadt Steyer und ihrer nächsten Umgebungen. Linz: Haslinger, 1837. S. 451. · Ders.: Geschichte der ehemaligen Benediktiner-Klöster Garsten und Gleink. Linz: Haslinger, 1841. S. 88 · Friess, Gottfried Edmund: Geschichte des Benedictiner-Stiftes Garsten in Ober-Oesterreich. StMBO III/2 (1882) 241–248, bes. 245.


Zitierempfehlung: Meyer, Paul, in: Biographia Benedictina (Benedictine Biography), Version vom 14.10.2011, URL: http://www.benediktinerlexikon.de/wiki/Meyer,_Paul

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