Mitterndorfer, Thomas

Aus Biographia Benedictina

Thomas Mitterndorfer OSB

Thomas Mitterndorfer

Abt von Kremsmünster 1840–1860

* 1797 Sierning
† 3. Aug. 1860

Thomas Mitterndorfer war ein Verwaltungstalent und ein kraftvoller Geist (Schachner 22). Er versuchte, die Auswirkungen des Josephinismus zu beseitigen, was ihm in mancher Hinsicht auch gelang. Großen Wert legte er auf das gemeinsame und vollständige Chorgebet. 1852 ließ er dazu einen Winterchor über der Marienkapelle schaffen und führte Maiandachten in der Stiftskirche ein.

Aus den inkorporierten Pfarreien ließ er alle Bücher, die nicht der Seelsorge dienten, einsammeln und in die Stiftsbibliothek bringen, die dadurch enorm vergrößert wurde. Außerdem erhielt sie einen festen Jahresetat.

Die nach der Revolution von 1848 erfolgte Grundablösung hatte auch Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage des Stiftes, die aber durch die kluge Verwaltung des Abtes keine großen Nachteile für das Stift hatten. 1849 veräußerte Abt Mitterndorfer das Schloss Kremsegg und erwarb stattdessen den Lichtenhof, 1846 ließ er eine Sägemühle errichten und überließ 1855 dem österreichischen Staat die noch aus der Zeit des Stifters Tassilo stammenden Besitzrechte an den Jodquellen in Bad Hall.

Die Förderung von Wissenschaft und Bildung zeigte sich in der Wiedereröffnung des Museums (der Sängerknabenanstalt) und der Errichtung der Schwimmschule (Freibad) im Botanischen Garten. Das Konvikt hörte auf, eine staatliche Anstalt zu sein, es wurde als privates Institut weitergeführt. 1850 legte Abt Thomas mit der Übertragung der Bildersammlung aus der Sternwarte in die Obere Abtei den Grundstock für die heutigen Kunstsammlungen. Er ließ die Archive ordnen und ordnete an, die Besitztümer der Stiftspfarreien zu inventarisieren und Chroniken zu führen.

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L:

Baumgarten, Amand: Abt Thomas Mitterndorfer von Kremsmünster. Nekrolog. Linzer Zeitung 1860, Nr. 188, v. 15. Aug. 1860 · Schachner, Heinrich: Das Benediktinerstift Kremsmünster, Steyr 1929, S. 22–23. · Kremsmünster: 1200 Jahre Benediktinerstift. Linz 1976, S. 99–100.


Zitierempfehlung: Mitterndorfer, Thomas, in: Biographia Benedictina (Benedictine Biography), Version vom 29.5.2013, URL: http://www.benediktinerlexikon.de/wiki/Mitterndorfer,_Thomas

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