Reslhuber, Augustin

Aus Biographia Benedictina

Augustin Reslhuber OSB

Augustin Reslhuber

Astronom und Meteorologe, Abt von Kremsmünster 1860–1875

* 05. Juni 1808 Saaß, Garsten
† 25. Sep. 1875 Kremsmünster

Augustin Reslhuber, Taufname Wolfgang, ein Bauernsohn, geboren am 5. Juni 1808 im Hoffmannsgütl, Ortschaft Saaß Nr. 4, Marktgemeinde Garsten bei Steyr; besuchte die Pfarrschule in Aschach a. d. Steyr und wurde dann vom Ortspfarrer Daniel Bellet, der die Talente des Jungen erkannte, privat im Lateinischen unterrichtet und als Zwölfjähriger an das Stiftsgymnasium Kremsmünster gebracht. Am 2. Oktober 1828 trat Reslhuber in das Noviziat ein und erhielt den Ordensnamen Augustin.

Es folgte das Studium der Theologie in Linz (1829/30) und der Theologie und Astronomie in Wien (1830–1833). Nach der Priesterweihe am 15. Juli 1833 war er ein Jahr Hilfspfarrerr in Ried, dann Adjunkt an der Sternwarte Kremsmünster, 1841–1847 Professor für Naturgeschichte am Stiftsgymnasium und 1847–1873 Direktor der Sternwarte, seit 1853 korrespondierendes Mitglied der k. k. Akademie der Wissenschaften in Wien. Nach dem Tod des Abtes Thomas Mitterndorfer wurde Reslhuber am 2. Oktober 1860 zum Abt gewählt, wurde er zwei Tage darauf benediziert.

Abt Reslhuber vermehrte den Realbesitz des Klosters beträchtlich und ließ Kirche und Kloster, aber auch die Wohnhäuser der patres in den Exposituren, restaurieren. Neu gebaut wurden ein Treibhaus im wohlgepflegten Garten sowie der durch einen Brand 1866 weitgehend zerstörte Meierhof. Das Stift und außenliegende Gebäude wurden mit Blitzableitern versehen. 1868 wurde die neue Pfarrkirche von Bad Hall in Angriff genommen.

Auch politisch war Abt Reslhuber aktiv: 1861 Landtagsabgeordneter, 1868 stellv. Landeshauptmann und 1872 lebenslängliches Herrenhausmitglied im österreichischen Reichstag; 1865 wurde er Präses der k. k. Landwirtschaftsgesellschaft in Oberösterreich. 1872 wurde er Zweiter Vorsitzender bei der Vorbereitung der Weltausstellung in Wien.

Von Reslhuber stammen neben zwei Monographien zahlreiche Publikationen über meteorologische und magnetische Beobachtungen von Kometen und Planeten in verschiedenen Zeitschriften, außerdem populäre Abhandlungen über Himmel und Wetter in dem Volkskalender „Der Oberösterreicher“.

Für sein Wirken erhielt Reslhuber zahlreiche Auszeichnungen, u.a. Goldenes Verdienstkreuz mit der Krone 1856 und Ehrendoktor der Philosophischen Fakultät der Universität Wien 1865, Ehrenbürger von Bad Hall 1872.

1873 wurde er beim Besuch der Weltausstellung in Wien von einem Regenguss überrascht. Völlig durchnässt musste er einen längeren Weg zu Fuß zurücklegen. Ein daraus folgendes schweres Kehlkopfleiden führte zu chronischer Heiserkeit und Husten. Reslhuber erholte sich davon nicht mehr völlig; er starb am 25. September 1875.

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D:

2. Okt. 1828; Prof.: 20. Sep. 1832; Sac.: 15. Juli 1833; Primiz: 28. Juli 1833; Abbas: el. 2. Okt. 1860; ben. 4. Okt. 1960; Dev.: In te, domine, confido – Auf Dich, o Herr, vertraue ich.

W:

Resultate aus den auf der Sternwarte zu Kremsmünster angestellten meteorologischen Beobachtungen (Linz 1857–1870) · Über das magnetische Observatorium in Kremsmünster und dessen bis 1850 erlangte Resultate (Wien 1854).

L:

Proschko Isidor: Biographie des hochwürdigen Herrn P. Augustin Reslhuber, Astronomen und Directors der Sternwarte zu Kremsmünster. Linz: Eurich, 1855 · Wurzbach, C. von: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich 25 (1873) 310–313. · Baumgarten, A.: Abt Augustin Reslhuber von Kremsmünster. Eine biographische Skizze, Österreichischer Volkskalender 1876 63–68. · Strasser, G.: Dr. Augustin Reslhuber, Eine biographische Skizze, Publikationen der astronom. Gesellschaft für Leipzig XI 2, auch als Separatdruck. · ADB 28 (1889), S. 247–249. · Watzinger, Carl Hans: Augustin Reslhuber. Astronom. In: Ihre Heimat ist Steyr, Steyr 1980, 55–59. · ÖBL 9 (1984) 87. · Lugmayer, Karl: Augustin Reslhuber OSB: Abt von Kremsmünster, Astronom, Volksbildner, Politiker. EuroJournal, Heft 2, Linz (2000) 6–8

Normdaten:

GND: 116449284

Zitierempfehlung: Reslhuber, Augustin, in: Biographia Benedictina (Benedictine Biography), Version vom 8.10.2011, URL: http://www.benediktinerlexikon.de/wiki/Reslhuber,_Augustin

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