Trefflinger, Petrus

Aus Biographia Benedictina

Petrus Trefflinger OSB

Petrus Trefflinger

55. Abt von Lambach 1947–1952

* 27. Mai 1912 Feldkirchen an der Donau
07. Feb. 1966 Altenmarkt bei St. Gallen

Petrus Trefflinger, Taufname Franz, wurde am 27. Mai 1912 als Sohn des Gemeindesekretärs Heinrich Trefflinger und seiner Frau Aloisia geb. Haider in Feldkirchen an der Donau geboren. Er besuchte von 1924 an das Gymnasium Petrinum und das Staatsgymnasium in Linz und wurde am 18. September 1931 von Abtkoadjutor Jakob Reimer als Novize eingekleidet. Die einfachen Gelübde legte er im folgenden Jahr (19. Sep. 1932) vor dem Abtkoadjutor Lambert Zaunert ab, der den als Erzabt nach Salzburg versetzten Reimer in der Stiftsregierung abgelöst hatte. Danach setzte er das durch das Noviziatsjahr unterbrochene Gymnasialstudium am Borromäum in Salzburg fort und legte am 21. September 1936 die feierliche Profess ab. Theologie studierte er in St. Peter in Salzburg (Kolleg St. Benedikt), wo er auch zum Subdiakon und Diakon geweiht wurde, dann nach der Schließung der theologischen Fakultät ab Oktober 1938 in Bamberg. Am 29. Mai 1939, Pfingstmontag, wurde er zum Priester geweiht und feierte am 4. Juni 1939 in der Stiftskirche seine Primiz.

In Lambach war er als Kooperator an der Stiftspfarre und Katechet eingesetzt, bis er am 25. Februar 1941 als Kooperator-Expositus in die neugegründete Expositur Stadl-Paura versetzt und am 7. Dezember 1941 dort als Pfarrer installiert wurde. Durch seine Tätigkeit als Pfarrer entging er der Einberufung zur Wehrmacht, sodass er auch während der Kriegszeit und der Aufhebung des Stiftes auf diesem Posten blieb.

Nach der Resignation Abt Zauners 1946 und dessen Rückkehr nach Kremsmünster wurde er am 18. März 1947 zum Abt gewählt und am 11. Jänner 1948 von Bischof Fließer benediziert. Von 1947 bis 1951 war er außerdem Pfarrvikar der Stiftspfarre Lambach. In seiner Amtszeit wurde im Herbst 1948 die fünfjährige Aufbaumittelschule vom Kloster Engelszell nach Lambach verlegt und das Christkönigsheim für spätberufene Priesterstudenten gegründet. Am 3. Juli 1951 nahm das neu geschaffene Realgymnasium seine Arbeit auf. Um den großen Zustrom an Schülern zu fassen, wurde das Stiftskonvikt „Adalberokolleg“ ausgebaut.

Wegen der aus dem Schulausbau resultierenden großen finanziellen Schwierigkeiten (und der Produktion des Spielfilms Das Tor zum Frieden 1951 (über Mariazell), an dem er als Schauspieler und Berater mitgewirkt hatte), wurde Abt Trefflinger 1952 von der Religiosenkongregation zum Rücktritt gedrängt (Nachfolger: Benedikt Oberndorfer). Er war dann als Religionsprofessor in Wien tätig und übernahm im August 1958 die Admonter Stiftspfarre Altenmarkt an der Enns, wo er am 7. Februar 1966 an Magenkrebs starb. Er wurde auf dem Stiftsfriedhof Lambach beigesetzt.

gge, April 2017


D:

Vest.: 18. Sep. 1931; Prof.: 19. Sep. 1932, 21. Sep. 1936; Sac.: 29. Mai 1939; Abbas: el. 18. März 1947, ben. 11. Jan. 1948; res. 27. Sep. 1952.

L:

Abt [Petrus] Trefflinger †. Salzkammergut-Zeitung Jg. 72 (1966), Nr. 7 · Welser Zeitung Jg. 70 (1966), Nr. 6 · Leidinger, Severin: Abt Petrus Trefflinger. St. Adalbero-Kalender (Wels) 1949 S. 39–40 · Grossruck, Johann: Benediktinerstift Lambach im Dritten Reich 1938–1945. Ein Kloster im Fokus von Hitlermythos und Hakenkreuzlegende. Linz: Wagner, 2011, S. 716–719.


Zitierempfehlung: Trefflinger, Petrus, in: Biographia Benedictina (Benedictine Biography), Version vom 2.5.2017, URL: http://www.benediktinerlexikon.de/wiki/Trefflinger,_Petrus

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