Utz, Burkard

Aus Biographia Benedictina

Burkard Utz OSB

Burkard Utz

2. Abt der wiederbegründeten Abtei Münsterschwarzach 1937–1959
(67. Abt in der Gesamtzählung)

* 05. Nov. 1892 Sommerach
† 23. Juni 1960 Würzburg

Der in dem mainfränkischen Winzerdorf Sommerach geborene spätere Abt Burcardus Utz, Taufname Johannes Theodor, trat nach dem Abitur in Lohr am Main 1912 in das Noviziat der Missionsbenediktinerabtei St. Ottilien ein, legte am 19. Oktober 1913 die Profess ab und studierte anschließend an der Universität Würzburg Philosophie und Theologie. Unterbrochen wurde sein Studium durch den Ersten Weltkrieg, den er als Soldat in einem Ulanen-Regiment mitmachte.

Nach Kriegsende nahm er seine Studien in Würzburg wieder auf (dort war er zugleich Präfekt des Kollegs) und wurde am 19. März 1921 ebenda zum Priester geweiht. Danach war er eineinhalb Jahrzehnte in der Jugendausbildung tätig. Von 1921 bis 1926 war er Präfekt im Missionsseminar St. Ludwig, von 1926 bis 1929 dessen Rektor und von 1929 bis 1937 Superior im Studienkolleg St. Benedikt in Würzburg. Nach der Resignation des Gründerabtes Placidus Vogel wählte ihn der Konvent von Münsterschwarzach am 11. März 1937 zu dessen Nachfolger. Die Benediktion spendete ihm am 11. April Bischof Matthias Ehrenfried. Seine Wahl zum Leiter der Klostergemeinschaft kam nicht überraschend, hatte er doch schon maßgeblich an der Planung und der Vollendung der neuen Abteikirche mitgewirkt.

Erster Höhepunkt in der Amtszeit des neuen Abtes war die Weihe der Abteikirche am 11. September 1938, die aber bereits von den Auseinandersetzungen mit den Nationalsozialisten überschattet war. Kurzzeitig von der Gestapo inhaftiert, konnte Abt Burkard die Aufhebung des Klosters am 9. Mai 1941 doch nicht verhindern. Die Gebäude wurden beschlagnahmt und ein Lazarett darin eingerichtet. Burkhard Utz ging ins Exil im Kloster Oberzell und versuchte von dort aus, den versprengten Konvent so gut wie möglich zusammenzuhalten.

Nach Kriegsende nach Münsterschwarzach zurückgekehrt (16. April 1945), begann Abt Burkard mit dem inneren und äußeren Wiederaufbau des Klosters, dem Missionsseminar St. Ludwig und dem Kolleg in Würzburg, das bei einem Luftangriff am 16. März 1945 vollständig zerstört worden war. Seine besondere Aufmerksamkeit widmete er dabei v.a. der Klosterschule und der Missionsarbeit, u.a. durch die Förderung der Häuser in London und Schuyler (Nebraska). Viele Jahre war Utz 2. Vorsitzender des Missionsärztlichen Instituts Würzburg.

Bald kam die Abtei Münsterschwarzach während Abt Burkards Amtszeit zu großer Blüte. Kurz vor seiner krankheitsbedingten Resignation am 31. Mai 1959 hatte die Klostergemeinschaft mit 421 Mitgliedern den Stand vor dem Krieg beträchtlich überstiegen.

Abt Burkard wurde aus Anlass seines 60. Geburtstages mit der theologischen Ehrendoktorwürde der Universität Würzburg ausgezeichnet und erhielt 1959 den Verdienstorden des Freistaats Bayern. Er starb am 23. Juni 1960 im Missionsärztlichen Institut in Würzburg und wurde vor dem Scholastika-Altar in Münsterschwarzach beigesetzt.

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D:

Vest.: 1912; Prof.: 19. Okt. 1913; Sac.: 19. März 1921; Abbas: el. 11. März 1937, ben. 11. April 1937, res. 31. Mai 1959.

A:

Ehrendoktor der Theologischen. Fakultät der Universität Würzburg (30. Dez. 1952) · Bayerischer Verdienstorden (3. Juli 1959).

L:

Frickel, Michael: In memoriam: Dr. h. c. Burcardus II. Utz O.S.B. Abt von Münsterschwarzach 1937–1959. In: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst (MfrJGuK) 13 (1961), S. 262–264. · Kengel, Rainer: Abt Burkard Utz und die Klosteraufhebung 1941, in: Renner, Frumentius (Hg.): Der fünfarmige Leuchter, Bd. 3, St. Ottilien, 1990, S. 133–185 · Bayerischer Verdienstorden.

Normdaten:

GND: 132481162

Zitierempfehlung: Utz, Burkard, in: Biographia Benedictina (Benedictine Biography), Version vom 5.11.2016, URL: http://www.benediktinerlexikon.de/wiki/Utz,_Burkard

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