Zechner, Norbert

Aus Biographia Benedictina

Norbert Zechner OSB

Norbert Zechner

Abt des Stiftes St. Lambrecht 1887–1888

* 06. Okt. 1851 Hafning, Obersteiermark
† 12. März 1888 St. Lambrecht

Norbert Zechner, Taufname Karl, wurde am 6. Oktober 1851 als Bauernsohn in Leintal, Gemeinde Hafning bei Trofaiach, geboren. Im Oktober 1862 kam er an das fürstbischöfliche Knabenseminar in Graz und legte im Juli 1870 mit Auszeichnung die Matura ab. Danach studierte er Theologie am Priesterseminar in Graz, trat aber am 7. September 1872 in die Benediktinerabtei St. Lambrecht ein und erhielt von Prior Gebhard Husiczka das Ordenskleid und den hl. Norbert von Xanten als Patron.

Nach dem Noviziat beendete er sein Theologiestudium an der Hauslehranstalt der Abtei Admont und wurde am 26. März 1876 in Graz zum Priester geweiht. Am 17. April, Ostermontag, feierte er in der Stiftskirche seine erste hl. Messe und legte am 29. September 1876 die feierliche Profess ab.

Bald danach wurde ihm die Leitung der Stiftsbibliothek übertragen, später auch des Archivs. In dieser Funktion legte er Kataloge der Bibliotheksbestände an, stellte (bis zu seinem Tod) im Auftrag des Abtes wichtige statistische und historische Daten zusammen und verfasste mehrere Beiträge zur Gründungsgeschichte St. Lambrechts und zum Bau der Stiftskirche. Daneben übernahm er Seelsorgeaushilfen in den umliegenden Stiftspfarren, unterrichtete von 1877 an Griechisch am Stiftsgymnasium und wurde im Frühjahr 1878 auch Präfekt des Stiftskonvikts. Am 20. November 1884 wurde er in Graz zum Doktor der Theologie promoviert.

Obwohl an den Folgen eines Herzklappenfehlers leidend, nahm er im Oktober 1886 das Amt des Stiftspriors an und wurde zugleich Kreisdechant und Stiftspfarrer, außerdem Novizenmeister. Nach dem Tod des Abtes Alexander Setznagel wurde er per acclamationem zunächst zum Administrator und am 13. Oktober 1887 kanonisch zum Abt gewählt. Die Benediktion erfolgte am 16. Oktober in der Stiftskirche.

Abt Norbert Zechner war zu kurz im Amt, um Bedeutendes wirken zu können. Er starb am 12. März 1888 an den Folgen eines Herzinfarkts. Man fand ihn tot in der Registratur. Er wurde in der Gruft beigesetzt.

gge


D:

Vest.: 7. Sep. 1872; Prof.: 7. Sep. 1873, 29. Sep. 1876 Sac.: 26. März 1876;; Abbas: el. 13. Okt. 1887, 16. Okt. 1887.

W:

Zur Geschichte der Franzoseneinfälle in Steiermark mit besonderer Rücksicht auf Maria-Zell, in: Steirischer Volkskalender 9 (1879), S. 53–64 · St. Lambrecht in Steiermark, in: Ein Benediktinerbuch, hg. von Sebastian Brunner. Würzburg 1880, S. 195–211 · Die Kirche des Benediktinerstiftes St. Lambrecht, Kirchenschmuck 12 (Graz 1881), S. 1, 17, 25, 49 · St. Lambrechter Beiträge in: Scriptores ordinis S. Benedicti: qui 1750–1880 fuerunt in imperio Austriaco-Hungarico. Wien, 1881 · Alphabetischer Zettelkatalog der Professen des Stiftes St. Lambrecht (ungedruckt).

L:

Weyer, Viktorin: Dr. Norbert Zechner, infulierter Abt des Benediktinerstiftes St. Lambrecht, Nekrolog, ebd. 9 (1888), S. 299–301 · Bibliographie der deutschsprachigen Benediktiner 1880–1980. St. Ottilien: EOS, 1985–1987.


Zitierempfehlung: Zechner, Norbert, in: Biographia Benedictina (Benedictine Biography), Version vom 4.3.2017, URL: http://www.benediktinerlexikon.de/wiki/Zechner,_Norbert

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