Zeiler, Cölestina

Aus Biographia Benedictina

Cölestina Zeiler OSB

Cölestina Zeiler von Zeilheim

78. Äbtissin des Benediktinerinnenstifts Nonnberg in Salzburg 1738–1766

* 17. Juli 1690 Taufers, Tirol
† 16. Feb. 1766 Salzburg

Maria Cölestina Agnes Zeiler von Zeilheim zu Weißen- und Schwarzenfeld, Taufname Maria Magdalena, wurde am 17. Juli 1690 als Tochter des Johann Baptist Zeiler von Zeilheim[1] und der Elisabeth Störzinger von Siegmundsfried in Taufers in Tirol geboren, wo ihr Vater gräflich ferrarischer Pfleger (Vogt) war.

Mit kaum sechs Jahren kam sie zur Erziehung und Bildung in das mit Nonnberger Schwestern neuerrichtete Kloster Säben in Südtirol (Abtei 1699), wo drei enge Verwandte nacheinander Äbtissinnen waren: zuerst die Schwester ihres Vaters Agnes († 2. Sep. 1715), dann die Schwester ihrer Mutter Antonia († 2. Mai 1734), dann ihre eigene Schwester Thekla. Mit sechzehn Jahren trat sie in die Benediktinerinnenabtei Nonnberg in Salzburg ein (20. Okt. 1706), wurde am 2. Juni 1707 als Novizin eingekleidet und legte am 3. Juni 1708 die feierliche Profess ab. Am 29. Oktober 1713 erteilte ihr Erzbischof Graf Harrach die Jungfrauenweihe. Als Zahlmeisterin und Kanzleifrau wurde sie nach dem Tod ihrer Vorgängerin Viktoria von Ehrenberg am 8. Mai 1738 in Gegenwart des Fürsterzbischofs von Firmian zur (78.) Äbtissin gewählt, mit Datum 31. Mai von Dompropst Thurn und Taxis bestätigt und am folgenden Tag vom Erzbischof selbst feierlich benediziert.

Klein an Gestalt, aber groß an Tugend, wie die zeitgenössische Protokollistin berichtet, achtete Äbtissin Cölestina auf die genaue Einhaltung der Klosterdisziplin, was durch Visitationen (1752, 1757 und zuletzt 1765 durch Abt Beda Seeauer von St. Peter) bestätigt wurde. Bei den vier aufeinanderfolgenden Erzbischöfen ihrer 28-jährigen Regierungszeit standen Stift und Äbtissin in hohem Ansehen. Mehrfach bezeichnete Fürsterzbischof von Lichtenstein Nonnberg als „schönsten Stein in der Salzburger Mitra“ und sein Nachfolger Graf Dietrichstein erlaubte Äbtissin Cölestina und ihren Nachfolgerinnen 1751 das ständige Tragen des Brustkreuzes (Pektorale), was bis dahin besonders feierlichen Anlässen vorbehalten gewesen war.

Neue Andachten führte Äbtissin Cölestina keine ein, beendete aber einige alte Gewohnheiten, wie die – auch aus der Mode gekommene – Tafelmusik und das gemeinsame Speisen der Chorfrauen mit den Gästen im Sprechzimmer. Überhaupt wurden die langen Rekreationen verkürzt und weniger Gäste eingeladen. Dies erlaubte auch die ungünstige Finanzsituation nicht, die vor allem durch die äußeren Umstände wie den Österreichischen Erbfolgekrieg 1740–1748, die Währungsumstellung auf den 20-Gulden-Fuß 1750 und dessen Rücknahme 1755 und den 1757 ausbrechenden Siebenjährgen Krieg verursacht war. In der Stiftskirche ließ sie 1746 einen neuen Altar in die zweite Seitenkapelle setzen und das Grabmal der seligen Willa am Kircheneingang erneuern und mit einem Eisengitter umgeben. Um dem Hochaltar mehr Licht zu verschaffen, wurden 1756 auf beiden Seiten die Fenster vergrößert und der gesamte Innenraum mit Chor, Krypta und Johanneskapelle neu geweißt. An den Kosten beteiligte sich der Erzbischof indirekt durch eine dreijährige Steuererleichterung.

Nachdem Äbtissin Cölestina am 4. Juni 1758 öffentlich ihr Professjubiläum gefeiert hatte, schwanden allmählich ihre Kräfte. Sie starb, in den letzten Jahren gänzlich erblindet, am 16. Februar 1766 nach kurzem Krankenlager. Zu ihrer Nachfolgerin wurde am 3. April 1766 Scholastika von Wicka gewählt.

gge

  1. Standeserhebung mit dem Prädikat „Zeiler zu Zeilheimb und auch zu Weissen- und Schwarzenfeld“, Wien 16. Okt. 1699.

D:

Vest.: 2. Juni 1707; Prof.: 3. Juni 1708; Abbatissa: el. 8. Mai 1738, ben. 1. Juni 1738.

L:

Totenrotel · Österreichische Zeitschrift für Geschichts- und Staatskunde, Band 2, Wien 1836, S. 175 · Esterl, Franz: Chronik des adeligen Benediktiner-Frauen-Stiftes Nonnberg in Salzburg. Salzburg: Duyle, 1841, S. 168–176 · Reichlin von Meldegg, Regintrudis: Stift Nonnberg zu Salzburg im Wandel der Zeiten, Salzburg 1953, S. 59–62.


Zitierempfehlung: Zeiler, Cölestina, in: Biographia Benedictina (Benedictine Biography), Version vom 1.5.2017, URL: http://www.benediktinerlexikon.de/wiki/Zeiler,_C%C3%B6lestina

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