Zenzen, Eucharius

Aus Biographia Benedictina

Eucharius Zenzen OSB

Eucharius Zenzen

Prior-Administrator und Abt der Benediktinerabtei St. Matthias in Trier

* 17. Okt. 1903 Andernach
† 16. April 1963 Dinklage

Eucharius Zenzen, Taufname Wilhelm, wurde 1903 als Sohn eines Lokomotivführers in Andernach geboren und wuchs in Koblenz auf. Nach dem Abitur 1922 trat er in das Bischöfliche Priesterseminar Trier und 1925 als einer der ersten Novizen in die neubegründete Abtei St. Matthias ein (Profess 1926). Im September 1929 zum Priester geweiht, wurde er nach einem weiteren Studium in Rom 1932 zum Doktor der Philosophie promoviert (Inquisitio critica in argumentum Aristotelis pro existentia primi moventis immobilis, 1932). Danach war er in Trier in der Seelsorge (Kaplan der Klosterpfarrei und Diözesanjugendseelsorger) und seit 1936 in der Zentrale des Jungmännerverbandes, dem Jugendhaus Düsseldorf, tätig, bis das NS-Regime der Jugendseelsorgeplänen 1937 ein Ende machte. Zenzen ging daraufhin zu einem weiteren Studium der Volkswirtschaft und Soziologie nach Paris und Lille (Diplom Lille 1939).

Während der Vertreibung des Mattheiser Konvents durch die Nazis nach 1941 kam Zenzen als Betreuer für körperbehinderte Jungen im St.-Heinrichs-Haus in Engers unter. Nach Kriegsende war er in der „Bischöflichen Hauptstelle für Jugendseelsorge“ in Altenberg am Aufbau des Bundes der deutschen katholischen Jugend BDKJ beteiligt.

1947 an die Benediktinerhochschule Sant’ Anselmo in Rom berufen, lehrte er dort bis 1951 Philosophie und bearbeitete das lateinisch verfasste Lehrbuch seines St. Mattheiser Mitbruders, Doktorvaters und Vorgängers Joseph Gredt neu (Elementa Philosophiae aristotelico-thomisticae 1–2, 13. Auflage, Barcelona/Freiburg im Breisgau, 1961).

Als 1950 ein großer Teil des St. Mattheiser Konvents wegen der enormen wirtschaftlichen Schwierigkeiten mit dem Abt Petrus Borne die ehemalige Abtei St. Mauritius in Tholey wiederbesiedelte, kehrte Zenzen als vom hl. Stuhl beauftragter Prior-Administrator nach St. Matthias zurück. Seiner geistlichen und wirtschaftlichen Leitung ist der Weiterbestand des Klosters zu verdanken. Trotz der schwierigen Umstände (wenig Geld, wenig Personal) ließ er die im Krieg beschädigten Abteigebäude wieder aufbauen und die vom Zerfall bedrohte Basilika restaurieren. Er sorgte mit dafür, dass die traditionelle Trennung von Chormönchen und Laienbrüdern aufgehoben wurde und die Gleichstellung von Priestern und Laien wieder eingeführt wurde, wie sie die Benediktsregel ursprünglich vorsah.

Neben seinem Amt als Klostervorsteher lehrte Zenzen auch Philosophie am Bischöflichen Priesterseminar in Trier und setzte sich für die Kirchenmusik und die liturgische Reform ein. 1957 gab er mit Andreas Winninghoff das von ihm überarbeitete deutsch-lateinische Choralmeßbuch für Sonn- und Feiertage von 1939 neu heraus.

Als 1961 der Fortbestand von St. Matthias als gesichert galt, wurde Zenzen zum Abt gewählt, starb aber schon zwei Jahre später während eines Aufenthaltes im Benediktinerinnenpriorat Burg Dinklage an Krebs. Sein Grab fand er im Kreuzgang der Abtei St. Matthias. Sein Nachfolger als Abt wurde Laurentius Klein.

gge


D:

Prof.: 15. Aug. 1926; Sac.: 21. Sep. 1929; Abbas.: ben. 28. Okt. 1961 (Wbf. Bernhard Stein).

W:

Choralmessbuch für die Sonn- und Feiertage, Düsseldorf 1939, ³1957 (Hg.) · Heilige Stunden für jeden Monat im Jahr der Kirche, Freiburg: Herder, 1939, ³1951 · Artikel „Einkehrtage“, in Lexikon der Pädagogik 1, Sp. 858–860, Freiburg 1952 · J. Gredt, Elementa philosophiae Aristotelico-Thomisticae 1–2 (Neubearb.), Barcelona-Freiburg ¹³1961 · Artikel in Musik und Altar.

L:

Aengenvoord, Johannes: Abt Eucharius Zenzen †, in: Musik und Altar 15 (1963) 98–101 · Pütz, Augustinus: † Abt Eucharius Zenzen von Trier, in: Erbe und Auftrag 39 (1963) 253 · Das Porträt: Abt Eucharius Zenzen, in: Mattheiser Brief 1964 2. Heft · Schmidt, Ansgar: Abt Eucharius Zenzen OSB : (1903–1963), in: Mattheiser Brief 68 (2003) S. 4–6.

Normdaten:

GND: 105121548X

Zitierempfehlung: Zenzen, Eucharius, in: Biographia Benedictina (Benedictine Biography), Version vom 30.3.2017, URL: http://www.benediktinerlexikon.de/wiki/Zenzen,_Eucharius

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