Beauduin, Lambert: Unterschied zwischen den Versionen

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Lambert Beauduin, Taufname Octave, geboren 1873 Rosoux-les-Waxemme als Sohn eines belgischen Großindustriellen, studierte von 1893 bis 1897 am Lütticher Priesterseminar Theologie und wurde 1897 zum Priester geweiht. Danach war er in der Arbeiterseelsorge tätig, bis er am 27. Juni 1906 in die Benediktinerabtei Mont César (Abtei Keizersberg) bei Löwen eintrat. Nachdem er schon in Keizersberg Theolgie gelehrt hatte, war er von 1921 bis 1925 Dozent für Eklesiologie und Liturgie an der Benediktinerhochschule Sant’Anselmo in Rom.
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Lambert Beauduin, Taufname Octave, geboren 1873 Rosoux-les-Waxemme als Sohn eines belgischen Großindustriellen, studierte von 1893 bis 1897 am Lütticher Priesterseminar Theologie und wurde 1897 zum Priester geweiht. Danach war er in als Mitglied der ''Aumôniers du travail'' in der Arbeiterseelsorge tätig, bis er am 27. Juni 1906 in die Benediktinerabtei Mont César (Abtei Keizersberg) bei Löwen eintrat. Unter dem Einfluss des Priors und späteren (1909) Abtes von Maredsous [[Marmion, Columba|Columba Marmion]] vertiefte er sich besonders in die Liturgie. Nachdem er schon 1909 in Keizersberg Dogmatik gelehrt hatte, war er von 1921 bis 1925 Professor für Eklesiologie und Liturgie an der Benediktinerhochschule Sant’Anselmo in Rom.
  
Hier schrieb er ''La Piété de l’Église'' (1914), das die Ziele der liturgischen Bewegung bekannt machte. Nachdem Papst Pius XI. die Benediktiner aufgefordert hatte, für die Einheit der Christen zu beten, gründete Beauduin im September 1925 in Amay-sur-Meuse ein Kloster der Union und die Zeitschrift ''Irénikon''. Er nahm an den von Kardinal Mercier einberufenen ''Conversations de Malines'' teil und drückte in einem Bericht ('' L’église anglicane unie, mais non absorbée'', Mai 1925) seinen Wunsch aus, dass die anglikanische Kirche „mit Rom vereint und nicht aufgesogen“ werden solle. Infolgedessen musste er Amay 1928 verlassen und wurde 1930 von einem römischen Tribunal verurteilt. 1931 in die französische Abtei En-Calcat verbannt, verbrachte er zwei Jahrzehnte im Exil, 1934 bis 1938 als Geistlicher der Olivetaneroblaten in Cormeille-en-Parisis, 1938 bis 1939 in Chalivoy und 1938 bis 1951 bei den Schwestern des Erlösers (von Caen) in Chatou.
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Noch vor dem Esten Weltkrieg hatte Beauduin die Schrift ''La Piété de l’Église'' (1914) veröffentlicht, die die Ziele der liturgischen Bewegung bekannt gemacht hatte. Nachdem Papst Pius XI. 1924 in einem Apostolischen Brief an Abtprimas [[Stotzingen, Fidelis|Fidelis von Stotzingen]] den Benediktinern die Versöhnung mit den Ostkirchen zur besonderen Aufgabe gemacht hatte, gründete Beauduin im September 1925 in Amay-sur-Meuse ein „Kloster der Union“ und die Zeitschrift ''Irénikon''. Er nahm an den von Kardinal Mercier einberufenen ''Conversations de Malines'' teil und drückte in einem Bericht ('' L’église anglicane unie, mais non absorbée'', Mai 1925) seinen Wunsch aus, dass die anglikanische Kirche „mit Rom vereint und nicht aufgesogen“ werden solle. Infolgedessen musste er Amay 1928 verlassen und wurde 1930 von einem römischen Tribunal verurteilt. 1931 in die französische Abtei En-Calcat verbannt, verbrachte er zwei Jahrzehnte im Exil, 1934 bis 1938 als Geistlicher der Olivetaneroblaten in Cormeille-en-Parisis, 1938 bis 1939 in Chalivoy und 1938 bis 1951 bei den Schwestern des Erlösers (von Caen) in Chatou.
  
 
1951 durfte er mit Erlaubnis aus Rom in sein 1939 nach Chevetogne bei Namur verlegtes Kloster zurückkehren (1990 Abtei). Dort erlebte er ein Jahr vor seinem Tod am 11. Januar 1960 noch die Ankündigung des Zweiten Vatikanischen Konzils durch Papst Johannes XXIII. am 25. Januar 1959. Da sich Johannes XXIII. in seinem ökumenischen Streben ausdrücklich auf Beauduin berief, kann dieser als einer der einflussreichsten Ökumeniker des 20. Jahrhunderts angesehen werden.
 
1951 durfte er mit Erlaubnis aus Rom in sein 1939 nach Chevetogne bei Namur verlegtes Kloster zurückkehren (1990 Abtei). Dort erlebte er ein Jahr vor seinem Tod am 11. Januar 1960 noch die Ankündigung des Zweiten Vatikanischen Konzils durch Papst Johannes XXIII. am 25. Januar 1959. Da sich Johannes XXIII. in seinem ökumenischen Streben ausdrücklich auf Beauduin berief, kann dieser als einer der einflussreichsten Ökumeniker des 20. Jahrhunderts angesehen werden.
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Version vom 9. Oktober 2019, 12:47 Uhr

Lambert Beauduin OSB

Lambert Beauduin

Ggründer der Abtei Chevetogne, Liturgiker und Ökumeniker

* 04. Aug. 1873 Rosoux-les-Waxemme (Lüttich)
† 11. Jan. 1960 Chevetogne

Lambert Beauduin, Taufname Octave, geboren 1873 Rosoux-les-Waxemme als Sohn eines belgischen Großindustriellen, studierte von 1893 bis 1897 am Lütticher Priesterseminar Theologie und wurde 1897 zum Priester geweiht. Danach war er in als Mitglied der Aumôniers du travail in der Arbeiterseelsorge tätig, bis er am 27. Juni 1906 in die Benediktinerabtei Mont César (Abtei Keizersberg) bei Löwen eintrat. Unter dem Einfluss des Priors und späteren (1909) Abtes von Maredsous Columba Marmion vertiefte er sich besonders in die Liturgie. Nachdem er schon 1909 in Keizersberg Dogmatik gelehrt hatte, war er von 1921 bis 1925 Professor für Eklesiologie und Liturgie an der Benediktinerhochschule Sant’Anselmo in Rom.

Noch vor dem Esten Weltkrieg hatte Beauduin die Schrift La Piété de l’Église (1914) veröffentlicht, die die Ziele der liturgischen Bewegung bekannt gemacht hatte. Nachdem Papst Pius XI. 1924 in einem Apostolischen Brief an Abtprimas Fidelis von Stotzingen den Benediktinern die Versöhnung mit den Ostkirchen zur besonderen Aufgabe gemacht hatte, gründete Beauduin im September 1925 in Amay-sur-Meuse ein „Kloster der Union“ und die Zeitschrift Irénikon. Er nahm an den von Kardinal Mercier einberufenen Conversations de Malines teil und drückte in einem Bericht ( L’église anglicane unie, mais non absorbée, Mai 1925) seinen Wunsch aus, dass die anglikanische Kirche „mit Rom vereint und nicht aufgesogen“ werden solle. Infolgedessen musste er Amay 1928 verlassen und wurde 1930 von einem römischen Tribunal verurteilt. 1931 in die französische Abtei En-Calcat verbannt, verbrachte er zwei Jahrzehnte im Exil, 1934 bis 1938 als Geistlicher der Olivetaneroblaten in Cormeille-en-Parisis, 1938 bis 1939 in Chalivoy und 1938 bis 1951 bei den Schwestern des Erlösers (von Caen) in Chatou.

1951 durfte er mit Erlaubnis aus Rom in sein 1939 nach Chevetogne bei Namur verlegtes Kloster zurückkehren (1990 Abtei). Dort erlebte er ein Jahr vor seinem Tod am 11. Januar 1960 noch die Ankündigung des Zweiten Vatikanischen Konzils durch Papst Johannes XXIII. am 25. Januar 1959. Da sich Johannes XXIII. in seinem ökumenischen Streben ausdrücklich auf Beauduin berief, kann dieser als einer der einflussreichsten Ökumeniker des 20. Jahrhunderts angesehen werden.

gge, Okt. 2019


W:

La Piété de l’Église : principes et faits. Louvain : Abbaye du Mont-César, 1914 · ca. 200 Zeitschriftenartikel.

L:

Egender, Nikolaus: Dom Lambert Beauduin et le témoignage de Chevetogne: Tantur Yearbook 1979–80, Jerusalem, S. 121–137 · Loonbeek, Raymond und Jacques Mortiau: Un Pionnier, Dom Lambert Beauduin, 1873–1960: Liturgie Et Unité Des Chretiens, College Erasme, 2001 · Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 21, Nordhausen: Bautz, 2003, Sp. 90–91 · The Oxford Dictionary of the Christian Church (3 rev) · The Concise Oxford Dictionary of the Christian Church (2 rev) · Haquin, André: Un pionnier, Dom Lambert Beauduin (1873–1960). À propos d'un ouvrage récent, in: Revue Théologique de Louvain 33-4 (2002), S. 546–554.

Normdaten:

GND: 118657763

Zitierempfehlung: Beauduin, Lambert, in: Biographia Benedictina (Benedictine Biography), Version vom 9.10.2019, URL: http://www.benediktinerlexikon.de/wiki/Beauduin,_Lambert

Vorlage:Page.name: BEAUDUIN, Lambert OSB (1873–1960) – Biographia Benedictina