Forstner, Dorothea: Unterschied zwischen den Versionen

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Mit der letzten Gruppe Benediktinerinnen Ende Mai 1919 nach Bertholdstein gekommen, arbeitete sie dort drei Jahre im Gemüsegarten mit und im Winter bei der Waldarbeit. erst ab 1922 wurde wieder künstlerisch gearbeitet, um Geld zu verdienen. 1928 kam es zur Begegnung mit Dr. Pius Parsch CRSA vom Stift Klosterneuburg, der schriftliche Erklärungen zu jedem Symbol und jeder Zeichnung wünschte. Während der bis zu seinem Tod 1954 währenden Zusammenarbeit mit Parsch verfasste Dorothea Forstner künstlerische und schriftliche Arbeiten für Parschs Volksliturgisches Apostolat, u.a. Horenbilder und Illustrationen. Auf Parschs Anregung geht auch das im Dezember 1961 erstmals erschienene Handbuch ''Die Welt der christlichen Symbole'' zurück, dessen jahrzehntelange Vorarbeit durch den Zweiten Weltkrieg mitder Vertreibung der Frauen aus Bertholdstein und den mühevollen Wiederaufbau nach dem Krieg unterbrochen wurden.
 
Mit der letzten Gruppe Benediktinerinnen Ende Mai 1919 nach Bertholdstein gekommen, arbeitete sie dort drei Jahre im Gemüsegarten mit und im Winter bei der Waldarbeit. erst ab 1922 wurde wieder künstlerisch gearbeitet, um Geld zu verdienen. 1928 kam es zur Begegnung mit Dr. Pius Parsch CRSA vom Stift Klosterneuburg, der schriftliche Erklärungen zu jedem Symbol und jeder Zeichnung wünschte. Während der bis zu seinem Tod 1954 währenden Zusammenarbeit mit Parsch verfasste Dorothea Forstner künstlerische und schriftliche Arbeiten für Parschs Volksliturgisches Apostolat, u.a. Horenbilder und Illustrationen. Auf Parschs Anregung geht auch das im Dezember 1961 erstmals erschienene Handbuch ''Die Welt der christlichen Symbole'' zurück, dessen jahrzehntelange Vorarbeit durch den Zweiten Weltkrieg mitder Vertreibung der Frauen aus Bertholdstein und den mühevollen Wiederaufbau nach dem Krieg unterbrochen wurden.
  
1952 nach Veroli gesandt, um dort Zeichenunterricht zu geben, erheilt sie bei dieser Gelegenheit zweimal eine Privataudienz bei Papst Pius XII. und besuchte außer den römischen Sehenswürdigkeiten auch die Benediktinerabtei S. Anselmo. 1961 erschien erstmals das Handbuch ''Die Welt der christlichen Symbole'', das bis 1986 fünf Neuflagen erlebte und 1991 unter der Bearbeitung von Renate Becker als ''Neues Lexikon christlicher Symbolik'' noch einmal veröffentlicht wurde. 1963 verfasste sie eine kurze Geschichte der Abtei St. Gabriel in der ''Benediktinischen Monatsschrift.''
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1952 nach Veroli gesandt, um dort Zeichenunterricht zu geben, erheilt sie bei dieser Gelegenheit zweimal eine Privataudienz bei Papst Pius XII. und besuchte außer den römischen Sehenswürdigkeiten auch die Benediktinerabtei S. Anselmo. 1961 erschien erstmals das Handbuch ''Die Welt der christlichen Symbole'', das bis 1986 fünf Neuflagen erlebte und 1991 unter der Bearbeitung von Renate Becker als ''Neues Lexikon christlicher Symbolik'' noch einmal veröffentlicht wurde. Ihre Aufsätze sind ab 1933 teilweise erhalten; ab 1956 erschienen sie in der Zeitschrift ''Bibel und Liturgie''. Zum Beuroner Jubiläumsjahr 1963 verfasste sie eine eine kurze Geschichte der Abtei St. Gabriel, die in der ''Benediktinischen Monatsschrift'' erschien.
  
 
Sie starb am 6. Mai 1969 in St. Gabriel/Bertholdstein und wurde auf dem Klosterfriedhof bestattet.
 
Sie starb am 6. Mai 1969 in St. Gabriel/Bertholdstein und wurde auf dem Klosterfriedhof bestattet.

Version vom 24. Juni 2021, 15:14 Uhr

Dorothea Forstner OSB

Dorothea Forstner

Benediktinerin der Abtei St. Gabriel; Autorin

* 6. Juli 1884 Marburg an der Drau [Maribor]
† 6. April 1969 Fehring, Steiermark

Dorothea Forstner, geboren am 6. Juli 1884 in Marburg in der Steiermark als Elisabeth Freiin Forstner von Dambenois, war eine Tochter des aus Öhringen in Würtemberg stammenden protestantischen Dragonerobersten Ernst Freiherr Forstner von Dambenois und seiner katholischen Frau Anna geborene Freiin Zeßner von Spitzenberg. Nach Beendigung der Militärlaufbahn des Vaters, die einen häufigen Wohnsitzwechsel mit sich gebracht hatte, ließ sich die Familie in Linz an der Donau nieder.

Zur Zeit der Gründung der Abtei St. Gabriel in Smichow bei Prag, lebte Elisabeth mit ihrer Mutter in Prag. Sie erhielt privaten Unterricht und kam 1895 zur weiteren Erziehung in das Institut Sacré Cœur gegenüber von St. Gabriel. Die Erstkommunion erhielt sie von P. Alban Schachleiter von der Prager Abtei Emaus und 1896 die Firmung durch Fürsterzbischof Kardinal Schönborn. 1902 in das Chornoviziat der Benediktinerinnenabtei St. Gabriel in Prag (1919 verlegt nach Bertholdstein in der Steiermark) eingetreten, legte sie dort am 17. August 1905 unter Äbtissin Adelgundis Berlinghoff die Profess ab.

Sie arbeitete im Kunstatelier des Klosters und war Kantorin. Sie arbeitete am Evangeliar mit und unter der Leitung von P. Desidierius Lenz am Ausmalen der Kirchenapsis. Danach beschäftigte sie sich mit den Kartons für den Kreuzgang und den Kapitelsaal und malte Erinnerungsbildchen für die Erstkommunion des Kronprinzen Otto, sowie Bildchen für Kaiser Karl und Kaiserin Zita. In der Phase des Umzugs der Benediktinerinnen von Smichow nach Bertholdstein in der Steiermark 1919 kopierte sie details der Kirchenbemalung und fertigte eine in den Originalfarben kolorierte Fotografie an.

Mit der letzten Gruppe Benediktinerinnen Ende Mai 1919 nach Bertholdstein gekommen, arbeitete sie dort drei Jahre im Gemüsegarten mit und im Winter bei der Waldarbeit. erst ab 1922 wurde wieder künstlerisch gearbeitet, um Geld zu verdienen. 1928 kam es zur Begegnung mit Dr. Pius Parsch CRSA vom Stift Klosterneuburg, der schriftliche Erklärungen zu jedem Symbol und jeder Zeichnung wünschte. Während der bis zu seinem Tod 1954 währenden Zusammenarbeit mit Parsch verfasste Dorothea Forstner künstlerische und schriftliche Arbeiten für Parschs Volksliturgisches Apostolat, u.a. Horenbilder und Illustrationen. Auf Parschs Anregung geht auch das im Dezember 1961 erstmals erschienene Handbuch Die Welt der christlichen Symbole zurück, dessen jahrzehntelange Vorarbeit durch den Zweiten Weltkrieg mitder Vertreibung der Frauen aus Bertholdstein und den mühevollen Wiederaufbau nach dem Krieg unterbrochen wurden.

1952 nach Veroli gesandt, um dort Zeichenunterricht zu geben, erheilt sie bei dieser Gelegenheit zweimal eine Privataudienz bei Papst Pius XII. und besuchte außer den römischen Sehenswürdigkeiten auch die Benediktinerabtei S. Anselmo. 1961 erschien erstmals das Handbuch Die Welt der christlichen Symbole, das bis 1986 fünf Neuflagen erlebte und 1991 unter der Bearbeitung von Renate Becker als Neues Lexikon christlicher Symbolik noch einmal veröffentlicht wurde. Ihre Aufsätze sind ab 1933 teilweise erhalten; ab 1956 erschienen sie in der Zeitschrift Bibel und Liturgie. Zum Beuroner Jubiläumsjahr 1963 verfasste sie eine eine kurze Geschichte der Abtei St. Gabriel, die in der Benediktinischen Monatsschrift erschien.

Sie starb am 6. Mai 1969 in St. Gabriel/Bertholdstein und wurde auf dem Klosterfriedhof bestattet.

gge, Mai/Juni 2021


D:

Prof.: 17. Aug. 1905.

W:

Geschichte der Abtei St. Gabriel, in: Erbe und Auftrag – Benediktinische Monatsschrift, Neue Folge 39 (1963) 114–127 · Die Welt der christlichen Symbole. Innsbruck, 1959; 5., verbesserte und ergänzte Auflage, Innsbruck u. a. 1986.

L:

Bibliographie der deutschsprachigen Benediktiner 1880–1980. St. Ottilien: EOS, 1985–1987 · Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser, Band 37, 1887 · Wagner-Höher, Ulrike-Johanna: Die Benediktinerinnen von St. Gabriel, Bertholdstein: 1889–1919, St. Ottilien 2008, bes. S. 427ff.


Zitierempfehlung: Forstner, Dorothea, in: Biographia Benedictina (Benedictine Biography), Version vom 24.06.2021, URL: http://www.benediktinerlexikon.de/wiki/Forstner,_Dorothea

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