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Lambert Kraus, Taufname Philipp Josef Anton, wurde am 17. September 1728 in Pfreimd in der Oberpfalz als Sohn des Johann Georg Kraus, Stadtschreiber in Pfreimd, später Richter und Verwalter des Grafen von Königsfeld in Offenberg bei Metten, und seiner Frau Maria Anna Theresia geboren.
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Lambert Kraus, Taufname Philipp Josef Anton, wurde am 17. September 1728 in Pfreimd in der Oberpfalz, der Hauptstadt der ehemaligen Landgrafschaft Leuchtenberg, als Sohn des Johann Georg Kraus, Stadtschreiber in Pfreimd, später Richter und Verwalter des Grafen von Königsfeld in Offenberg bei Metten, und seiner Frau Maria Anna Theresia geboren.
  
 
Nach den Gymnasialstudien in Straubing und Landshut, wo der als Exeget und lateinischer Schriftsteller bekannte Ignaz Weitenauer SJ sein Lehrer war, trat er 1747 in die Abtei Metten ein, wo er am 29. September 1748 als fr. Lambertus die Profess ablegte und das Amt des Regens chori übernahm. Phiolosophie und theologie studierte er am Hausstudium und wurde am 21. Oktober 1752 Priester. Abt [[Tobiaschu, Adalbert|Adalbert Tobiaschu]] übertrug ihm mehrere Ämter: stellvertretender Direktor und 1754 Direktor des Klosterseminars, Lehrer der Sängerknaben, Präses der Bruderschaften, Stiftsprediger, Novizenmeister, 1766 Pfarrvikar in Stephansposching. 1759 wurde er Prior und am 9. Oktober 1770 – nicht unumstritten – zum Abt gewählt.
 
Nach den Gymnasialstudien in Straubing und Landshut, wo der als Exeget und lateinischer Schriftsteller bekannte Ignaz Weitenauer SJ sein Lehrer war, trat er 1747 in die Abtei Metten ein, wo er am 29. September 1748 als fr. Lambertus die Profess ablegte und das Amt des Regens chori übernahm. Phiolosophie und theologie studierte er am Hausstudium und wurde am 21. Oktober 1752 Priester. Abt [[Tobiaschu, Adalbert|Adalbert Tobiaschu]] übertrug ihm mehrere Ämter: stellvertretender Direktor und 1754 Direktor des Klosterseminars, Lehrer der Sängerknaben, Präses der Bruderschaften, Stiftsprediger, Novizenmeister, 1766 Pfarrvikar in Stephansposching. 1759 wurde er Prior und am 9. Oktober 1770 – nicht unumstritten – zum Abt gewählt.
  
Abt Lambert repräsentiert den Typus des prachtliebenden, feinsinnigen und gelehrten (Physik, Latein) Prälaten; P. Johann Baptist Lakner rühmt ihn in der Leichenrede wegen seiner Fähigkeiten in der lateinischen Stilistik als „Cicero von Metten“. Er war ein bedeutender Musiker und Physiker, der die Elektrizität zu medizinischen Zwecken anwendete. Sein besonderes Interesse galt der Singschule und der Musikpflege im Kloster. Selbst ein begabter Komponist und Musiker, veröffentlichte er mehrere Sinfonien.  
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Abt Lambert repräsentiert den Typus des prachtliebenden, feinsinnigen und gelehrten (Physik, Latein) Prälaten; P. Johann Baptist Lakner rühmt ihn in der Leichenrede wegen seiner Fähigkeiten in der lateinischen Stilistik als „Cicero von Metten“. Er war ein bedeutender Musiker und Physiker, der die Elektrizität zu medizinischen Zwecken anwendete. Sein besonderes Interesse galt der Singschule und der Musikpflege im Kloster. Selbst ein begabter Komponist und Musiker, veröffentlichte er mehrere Sinfonien. Zu seinen ungedruckten Kompositionen gehören ein Requiem und eine Sammlung von Instrumentalquartetten.
  
 
Durch eine wenig effektive Wirtschaftsführung und eine rege Bautätigkeit verschuldete er jedoch das Kloster. Außerdem war Abt Lambert Kraus Abgeordneter des Prälatenstandes im kurfürstlichen Regierungsbezirk Straubing.  
 
Durch eine wenig effektive Wirtschaftsführung und eine rege Bautätigkeit verschuldete er jedoch das Kloster. Außerdem war Abt Lambert Kraus Abgeordneter des Prälatenstandes im kurfürstlichen Regierungsbezirk Straubing.  

Version vom 3. Dezember 2019, 10:16 Uhr

Lambert Kraus OSB

Lambert Kraus

Abt des Benediktinerklosters Metten 1770–1790; Komponist

* 17. Sep. 1728 Pfreimd, Oberpfalz
† 27. Nov. 1790 Metten

Lambert Kraus, Taufname Philipp Josef Anton, wurde am 17. September 1728 in Pfreimd in der Oberpfalz, der Hauptstadt der ehemaligen Landgrafschaft Leuchtenberg, als Sohn des Johann Georg Kraus, Stadtschreiber in Pfreimd, später Richter und Verwalter des Grafen von Königsfeld in Offenberg bei Metten, und seiner Frau Maria Anna Theresia geboren.

Nach den Gymnasialstudien in Straubing und Landshut, wo der als Exeget und lateinischer Schriftsteller bekannte Ignaz Weitenauer SJ sein Lehrer war, trat er 1747 in die Abtei Metten ein, wo er am 29. September 1748 als fr. Lambertus die Profess ablegte und das Amt des Regens chori übernahm. Phiolosophie und theologie studierte er am Hausstudium und wurde am 21. Oktober 1752 Priester. Abt Adalbert Tobiaschu übertrug ihm mehrere Ämter: stellvertretender Direktor und 1754 Direktor des Klosterseminars, Lehrer der Sängerknaben, Präses der Bruderschaften, Stiftsprediger, Novizenmeister, 1766 Pfarrvikar in Stephansposching. 1759 wurde er Prior und am 9. Oktober 1770 – nicht unumstritten – zum Abt gewählt.

Abt Lambert repräsentiert den Typus des prachtliebenden, feinsinnigen und gelehrten (Physik, Latein) Prälaten; P. Johann Baptist Lakner rühmt ihn in der Leichenrede wegen seiner Fähigkeiten in der lateinischen Stilistik als „Cicero von Metten“. Er war ein bedeutender Musiker und Physiker, der die Elektrizität zu medizinischen Zwecken anwendete. Sein besonderes Interesse galt der Singschule und der Musikpflege im Kloster. Selbst ein begabter Komponist und Musiker, veröffentlichte er mehrere Sinfonien. Zu seinen ungedruckten Kompositionen gehören ein Requiem und eine Sammlung von Instrumentalquartetten.

Durch eine wenig effektive Wirtschaftsführung und eine rege Bautätigkeit verschuldete er jedoch das Kloster. Außerdem war Abt Lambert Kraus Abgeordneter des Prälatenstandes im kurfürstlichen Regierungsbezirk Straubing.

Er starb am 27. November 1790 in Metten.

gge, Dez. 2019


D:

Vest.: 20. Sep. 1747; Prof.: 29. Sep. 1748; Prim.: 21. Okt. 1752; Abbas: el. 9. Okt. 1770.

W:

VIII Missae solemnes. Opus I, Augsburg 1760 · XII Symphoniae. Opus II, Augsburg 1762 · VIII Lytaniae Lauretanae unacum VIII Tantum ergo. Opus III, Augsburg 1764 · Caeremoniale Monastico-Benedictinum in usum Monasterii Mettensis. Pars 1–4, Straubing 1765 · Die bestrafte Trunkenheit. Ein Fastnachtspiel, Straubing 1759 · Titus Manlius, Torquati filius oder schwer bestrafter kindlicher Ungehorsam. Ein Trauerspiel, Straubing 1770 · Höchst belohnter kindlicher Gehorsam. Ein Singspiel, Straubing · Leichenrede auf Abt Ignaz Lanz von Niederaltaich vom 26. Juli 1764, Straubing 1764.

L:

Fink, Wilhelm: Entwicklungsgeschichte der Benedictinerabtei Metten. Teil 1: Das Profeßbuch der Abtei (Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benedictinerordens und seiner Zweige, Ergänzungsheft 1/1), München 1926, 52f. · Gandershofer, Maurus: Die Verdienste der Benediktiner von Metten um die Pflege der Wissenschaften und Künste, Landshut 1841 · Münster, Robert und August Scharnagl: Vor zweihundert Jahren starb Abt Lambert Kraus (1729–1790), in: Alt und Jung Metten 57/1 (1990/91) 39f. · Sänftl, Bonifaz: Trauerrede auf das hochselige Ableiben des Hochwürdigen, und Hochedelgebohrnen Herrn, Herrn Lambert, I würdigisten Abtes des uralten kaiserlichen Benediktinerstiftes Metten und einer hochlöbl. Landschaft in Baiern Landsteurers gehalten bey der letzten Leichbesingniß den 30 Christmonaths 1790, Straubing.


Zitierempfehlung: Kraus, Lambert, in: Biographia Benedictina (Benedictine Biography), Version vom 3.12.2019, URL: http://www.benediktinerlexikon.de/wiki/Kraus,_Lambert

Vorlage:Page.name: KRAUS, Lambert OSB (1728–1790) – Biographia Benedictina