Kreil, Benno: Unterschied zwischen den Versionen

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Während seiner vierzehnjährigen, bis 1823 dauernden Tätigkeit in Graz hatte er Umgang mit den höchsten Ständen der Stadt wie den Fürsten Salm und der Gräfin Purgstall. Mit dem Orientalisten Joseph von Hammer-Purgstall stand er bis zu dessen Tod 1856 in engem wissenschaftlichem Austausch. 1821 unternahm eine Reise nach Italien, wurde in Rom von Papst Pius VII. empfangen, besuchte das Gründungskloster des Benediktinerordens Montecassino, außerdem Palermo und schließlich Neapel, das wegen des Carbonariaufstands von einer österreichischen Interventionsarmee besetzt war.  
 
Während seiner vierzehnjährigen, bis 1823 dauernden Tätigkeit in Graz hatte er Umgang mit den höchsten Ständen der Stadt wie den Fürsten Salm und der Gräfin Purgstall. Mit dem Orientalisten Joseph von Hammer-Purgstall stand er bis zu dessen Tod 1856 in engem wissenschaftlichem Austausch. 1821 unternahm eine Reise nach Italien, wurde in Rom von Papst Pius VII. empfangen, besuchte das Gründungskloster des Benediktinerordens Montecassino, außerdem Palermo und schließlich Neapel, das wegen des Carbonariaufstands von einer österreichischen Interventionsarmee besetzt war.  
  
Am 21. März 1821 in Abwesenheit zum Nachfolger des durch den Tod des Adminsitrators [http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Kuntschak,C_Abund Abund Kuntschak] OCist verwaisten Stiftes gewählt mit Datum 6. August vom Kaiser bestätigt, wartete eine schwierige Aufgabe auf den plötzlich zur Stiftsleitung berufenen Theologieprofessor, die er aber erst nach Ablauf seiner Lehrtätigkeit am 1. November 1823 antŕat. Mit Energie ergriff Benno, wie es im {{titel|BLKÖ}} heißt, die Zügel der Verwaltung und bemühte sich Ordnung in die finanziellen Angelegenheiten des in seiner Existenz gefährdeten Klosters zu bringen. Kenntnisse in Buchhaltung und Rechnungswesen eignete er sich innerhalb weniger Monate unter fachkundiger Anleitung des damaligen Direktors der Baron Mandellschen Güter, Kajetan Wanggo, an. Er errichtete eine Stiftskanzlei mit Registratur, führte eine genaue Rechnungslegung aller Stiftsbeamten ein und konnte in den folgenden die drückenden Lasten verringern. Ein Meilenstein dabei war der am 12. August 1839 nach langen und zähen Verhandlungen geschlossene Vergleich mit der k.k. Hauptgewerkschaft. Sobald es die verbesserte Lge des Stiftes zuließ, wurden auch lange ersehnte Bauten und Renovationen in Angriff genommen, deren bedeutendste der Bau des großen Weinkellers zu St. Martin bei Graz 1834 war.  
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Am 21. März 1821 in Abwesenheit zum Nachfolger des durch den Tod des Adminsitrators [http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Kuntschak,C_Abund Abund Kuntschak] OCist verwaisten Stiftes gewählt mit Datum 6. August vom Kaiser bestätigt, wartete eine schwierige Aufgabe auf den plötzlich zur Stiftsleitung berufenen Theologieprofessor, die er aber erst nach Ablauf seiner Lehrtätigkeit am 1. November 1823 antŕat. Mit Energie ergriff Benno, wie es im {{titel|BLKÖ}} heißt, die Zügel der Verwaltung und bemühte sich Ordnung in die finanziellen Angelegenheiten des in seiner Existenz gefährdeten Klosters zu bringen. Kenntnisse in Buchhaltung und Rechnungswesen eignete er sich innerhalb weniger Monate unter fachkundiger Anleitung des damaligen Direktors der Baron Mandellschen Güter, Kajetan Wanggo, an. Er errichtete eine Stiftskanzlei mit Registratur, führte eine genaue Rechnungslegung aller Stiftsbeamten ein und konnte in den folgenden Jahren die drückenden Lasten verringern. Ein Meilenstein dabei war der am 12. August 1839 nach langen und zähen Verhandlungen geschlossene Vergleich mit der k.k. Innerberger Hauptgewerkschaft in Eisenerz. Sobald es die verbesserte Lage des Stiftes zuließ, wurden auch lange ersehnte Bauten und Renovationen in Angriff genommen, deren bedeutendste der Bau des großen Weinkellers in St. Martin bei Graz 1834 war, weil er dem Stift die so wichtigen Einkünfte aus dem Weinbau ermöglichte. Demselben Zweck diente auch der Ankauf einiger günstig gelegener Weingärten und deren rationelle Bewirtschaftung durch fachkundige Stiftsmitglieder, statt wie bis dahin durch weltliche Verwalter. 1836 wurde die Stiftskirche renoviert. 1846 wurden das wenig einträgliche stiftseigene Kupferbergwerk in der Nadmer und das Hammerwerk Stegmühl verkauft, nachdem dieser Besitz kurz vorher durch den Ankauf des Schraglschen Hammerwerkes in Rallwang arrondiert worden war. 1851 wurde die unbedeutende Herrschaft Mainhardsdorf verkauft, dafür mehrere Waldungen in Oppenberg und einige Huben zur Arrondierung Stiftswaldes angekauft.
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Neben der wirtschaftlichen Sanierung verlor der Administrator dabei auch die Erhaltung und Förderung des religiösen Geistes im Stift, die Wahrung der kirchlichen Interessen, die Pflege des Unterrichtes und der Wissenschaft und die Heranbildung eines geeigneten Nachwuchses für die Seelsorge und die verschiedenen Lehrfächer nicht aus dem Auge. Dazu gehörte auch die Verbesserung des Admonter Schulwesens. Er gründete eine Musikschule, aus derein tüchtiger Sängerchor für den Kirchendienst hervorging; dann erweiterte er das Sängerknaben-Institut bis auf 12 Freiplätze und ließ den Zöglingen durch fähige Priester Gymnasialunterricht erteilen. Aus diesen bescheidenen Anfängen bildete sich nach und nach ein förmliches Untergymnasium, für dessen Besucher Abt Benno die Erlaubnis erwirkte, dass sie als Privatschüler des k. k. Gymnasiums in Graz angesehen und als solche von einer Kommission geprüft wurden. Er legte den Grund zur Münzsammlung des Stiftes, ließ eine Gemäldegalerie auf Schloss Rötelstein anlegen und war ein großer Freund der Musik und der Jagd. Kaiser Franz verlieh ihm für seine Verdienste die große goldene Zivilverdienstmedaille, die ihm am 28. Februar 1826 feierlich überreicht wurde. 1833 erlitt er einen lebensgefährlichen Kutschunfall, von dem er sich aber wieder erholte.
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Nachdem er schon im zweiten Jahr seiner Amtszeit als Administrator sein Amt im Kapitel niedergelegt hatte, von den Mitbrüdern aber zurückgerufen worden war, wurde Benno Kreil nach der erfolgreichen Stiftssanierung am 21. August 1839 gleich im ersten Skrutinium zum Abt gewählt und am 8. September in der Hof- und Domkirche zu Graz vom Seckauer Fürstbischof [[Zängerle, Roman Sebastian|Roman Sebastian Zängerle]] ex-OSB feierlich benediziert. Assistenten waren zwei infulierte Pröpste, nämlich der k.k. Gubernialrat Johann Nepomuk Krauß und Hauptstadtpfarrer Hermann Reismüller ex-OSB. Mit Datum 18. März 1840 gestattete die Hofkanzlei dem Abt die Führung eines Wappens mit dem Wappenspruch ''Sub alis et aquilis imperatoriae Majestatis''.
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1841 übernachtete Kaiser Ferdinand der Gütige mit seiner Gemahlin im Stift und schenkte dem Abt bei dieser Gelegenheit einen wertvollen Diamantring. Auch andere Angehörige des Kaiserhauses und hochgestellte Persönlichkeiten bedachten Kloster und Abt mit wertvollen Geschenken. Herzog Heinrich von Bourbon schenkte Abt Benno 1847 anlässlich seiner Teilnahme an der Jagd in Wildalpen ein wertvolles Brustkreuz (Pektorale). 1857 besuchten Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth (Sissi) das Kloster.
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1843 machte Abt Benno mit Abt [[Suppan, Joachim|Joachim Suppan]] von St. Lambrecht eine größere Reise nach Deutschland an den Rhein und in die Schweiz, 1852 nach Ungarn und Venedig und 1854 zur großen Ausstellung nach München, wohin er seinen Neffen den Admonter Stiftsökonomen P. Bonifaz Lerider mitnahm. Diesem in technischen versierten Mann verschaffte er wiederholt Gelegenheit, seine Kenntnisse durch Reisen in die Industrieländer zu erweitern und förderte auch dessen Reise zur Weltausstellung in London 1862, um dort Kenntnisse und Einsichten für die Verbesserung der heimatlichen Industrie zu gewinnen.
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1843 wurde das dreizehnhundertjährige Jubiläum des Ordensvaters [Benedikt von Nursia]] durch einen Akt der Wohltätigkeit gefeiert, indem Abt benno eine größere Anzahl Bedürftiger mit vollständigen neuen Anzügen beschenkte. In ähnlicher Weise wurde auch 1845 die 800-Jahr-Feier der Stiftsgründung nur durch Gottesdienst und Spendung von Almosen begangen. Nach dem feierlichen Pontifikalamt in der Stiftskirche, deren Hochaltar und Kanzel für diesen Anlass neu vergoldet worden waren, ließ der Abt im Stiftshof eine reichliche Menge Getreide und andere Lebensmittel unter die Armen verteilen. Ebenfalls wurde die Kirche in St. Martin bei Graz wurde 1845 renoviert. in ähnlicher weise feierte Abt Benno 1852 sein Goldenes priesterjubiläum nicht mit großem Gepränge in der Stiftskirche, sondern in aller Stille in Görz in der Hauskapelle des Fürstbischofs Dr. Luschin, mit dem er befreundet war; 50 Armen ließ er zu diesem Anlass im Stift ein Festmahl bereiten, das die Patres auftrugen, und stiftete nach seiner Rückkehr dem Spital in Admont eine bedeutende Geldsumme zum Ankauf eines größeren Hauses.
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1847 wurde der 1844 begonnene Neubau des großen Hammers im Stiftshammerwerk Slamm vollendet, jedoch förderten die stets schwankenden Verhältnisse der steiermärkischen Eisenindustrie das Gedeihen der Unternehmungen auf diesem Gebiet wenig. Die sog. Bauernbefreiung mit der Aufhebung der Grundherrschaft infolge der Revolution von 1848/1849 brachten durch Verlust der Zehnte und Roboten schwere wirtschaftliche Einbußen mit sich, die auch durch die später geregelte Grundentlastung nicht ausgeglichen werden konnten. Am Tag vor Fronleichnam 1849 brannte der weitläufige Meierhof in Admont mit sämtlichen Vorräten nach einem Blitzschlag vollständig ab und musste neu erichtet werden. Eine weitere Schmälerung der Einkünfte brachte das Waldservituten-Ablösungspatent von 1853; die dadurch ausgelösten langwierigen Verhandlungen beschäftigten ihn bis ins hohe Alter. Jedoch konnte er 1854 115.000 fl. Nationalanleihen zeichnen.
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Ein schwerer Schlag für Abt Benno war der Tod seines Mitnovizen und langjährigen Priors [[Kaltenegger, Leo|Leo Kaltenegger]] 1857. Den Plänen des Kardinals Schwarzenberg zur Zusammenfassung der österreichischen Benediktinerklöster zu einer Kongregation mit einem Erzabt an der Spitze und der Aufgabe der Selbständigkeit stellte er sich mit einer umfangreichen Denkschrift entgegen. Im gleichen Sinne äußerte er sich als 1856 der Lavanter Fürstbischof Martin Slomšek als Konvisitator mit päpstlicher Vollmacht Einsicht in die inneren und äußeren Verhältnisse des Stiftes forderte (und erhielt). Auf politischem Gebiet wurde Abt Benno als Landstand der Steiermark vom steirischen Prälatenstand 1846 zum ständischen Ausschussrat gewählt. Seit 1825 landständischer Kommissär war er bis 1846 bei der Verteilung der Viehzuchtprämien in Obersteier und seit 1836 als Bevollmächtigter der Stände bei der Verteilung der Prämien für Bienenzüchter in der Landwirtschaftsfiliale Rottenmann beteiligt. Am 1. Juli 1856 wurde er mit dem Ritterkreuz des kaiserlichen Leopoldsordens ausgezeichnet.
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Zunehmend alterschwach und gebrechlich, legte er am 4. Juli 1861 die Stiftsverwaltung nieder und erhielt in der Person des Gymnasialprofessors [[Hieber, Karlmann|Karlmann Hieber]] einen Koadjutor cum facultate abbatis. Er starb am 7. März 1863 im 84. Lebensjahr und wurde am 12. März in der Äbtegruft bestattet. Das Totenamt hielt Abt [[Ströhmer, Ludwig|Ludwig Ströhmer]] von Seitenstetten. die steierische Chorkapelle führte Mozarts Requiem auf.
  
 
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{{sub2|TITLE=D|DATA=''Vest.:'' 24. Okt. 1798; ''Prof.:'' 11. Juli 1802; ''Prim.:'' 19. Dez. 1802; ''Abbas:'' el. 21. Aug. 1839, ben. 8. Sep. 1839, res. 1861.}}
  
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{{sub2|TITLE=L|DATA=Peinlich, Richard: Benno Kreil, Abt zu Admont, Nekrolog, 1863 · Wichner, Jacob: Geschichte des Stiftes Admont, Band 4, 1880, S. 396–414 · Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 13. Theil. Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1865, S. 178 · List, Rudolf: Stift Admont 1074–1974. Festschrift zur Neunhundertjahrfeier. Oberösterreichischer Landesverlag, Ried im Innkreis 1974, S. 362–376.}}
  
 
[[Kategorie:Personen]]
 
[[Kategorie:Personen]]

Aktuelle Version vom 18. Mai 2021, 13:47 Uhr

Benno Kreil OSB

Benno Kreil

62. Abt der Benediktinerabtei Admont 1839–1861

* 1. Nov. 1779 Admont
† 7. März 1863 ebd.

Benno Kreil, Taufname Franz Xaver, geboren am 1. November 1779 in Admont, war eines der Sohn eines Hausbesitzers und Gastwirts. Das Gymnasium besuchte er in Admont, das Lyceum in Graz. Im Oktober 1798 in die Benediktinerabtei St. Blasius zu Admont eingetreten, legte er am 11. Juli 1802 die Profess ab. Mit Beginn des Schuljahres 1802/03 wurde er als Lektor der biblischen Exegese an der theologischen Hauslehranstalt angestellt und noch im selben Jahr zum Priester geweiht. Daneben war er von 1803 bis 1806 Stiftspfarrer. Mit seinem Mitbruder Albert von Muchar besuchte er Vorlesungen des bekannten syrisch-maronitischen Orientalisten Arida in Wien. 1809 an der theologischen Fakultät Salzburg zum Doktor der Theologie promoviert, wurde er im selben Jahr als Professor für Neues Testament an das Lyzeum in Graz berufen; daneben supplierte er auch zeitweise Altes Testament und orientalische Dialekte an der theologischen und von April 1812 bis September 1814 auch griechische Philologie an der philosophischen Fakultät.

Während seiner vierzehnjährigen, bis 1823 dauernden Tätigkeit in Graz hatte er Umgang mit den höchsten Ständen der Stadt wie den Fürsten Salm und der Gräfin Purgstall. Mit dem Orientalisten Joseph von Hammer-Purgstall stand er bis zu dessen Tod 1856 in engem wissenschaftlichem Austausch. 1821 unternahm eine Reise nach Italien, wurde in Rom von Papst Pius VII. empfangen, besuchte das Gründungskloster des Benediktinerordens Montecassino, außerdem Palermo und schließlich Neapel, das wegen des Carbonariaufstands von einer österreichischen Interventionsarmee besetzt war.

Am 21. März 1821 in Abwesenheit zum Nachfolger des durch den Tod des Adminsitrators Abund Kuntschak OCist verwaisten Stiftes gewählt mit Datum 6. August vom Kaiser bestätigt, wartete eine schwierige Aufgabe auf den plötzlich zur Stiftsleitung berufenen Theologieprofessor, die er aber erst nach Ablauf seiner Lehrtätigkeit am 1. November 1823 antŕat. Mit Energie ergriff Benno, wie es im BLKÖ heißt, die Zügel der Verwaltung und bemühte sich Ordnung in die finanziellen Angelegenheiten des in seiner Existenz gefährdeten Klosters zu bringen. Kenntnisse in Buchhaltung und Rechnungswesen eignete er sich innerhalb weniger Monate unter fachkundiger Anleitung des damaligen Direktors der Baron Mandellschen Güter, Kajetan Wanggo, an. Er errichtete eine Stiftskanzlei mit Registratur, führte eine genaue Rechnungslegung aller Stiftsbeamten ein und konnte in den folgenden Jahren die drückenden Lasten verringern. Ein Meilenstein dabei war der am 12. August 1839 nach langen und zähen Verhandlungen geschlossene Vergleich mit der k.k. Innerberger Hauptgewerkschaft in Eisenerz. Sobald es die verbesserte Lage des Stiftes zuließ, wurden auch lange ersehnte Bauten und Renovationen in Angriff genommen, deren bedeutendste der Bau des großen Weinkellers in St. Martin bei Graz 1834 war, weil er dem Stift die so wichtigen Einkünfte aus dem Weinbau ermöglichte. Demselben Zweck diente auch der Ankauf einiger günstig gelegener Weingärten und deren rationelle Bewirtschaftung durch fachkundige Stiftsmitglieder, statt wie bis dahin durch weltliche Verwalter. 1836 wurde die Stiftskirche renoviert. 1846 wurden das wenig einträgliche stiftseigene Kupferbergwerk in der Nadmer und das Hammerwerk Stegmühl verkauft, nachdem dieser Besitz kurz vorher durch den Ankauf des Schraglschen Hammerwerkes in Rallwang arrondiert worden war. 1851 wurde die unbedeutende Herrschaft Mainhardsdorf verkauft, dafür mehrere Waldungen in Oppenberg und einige Huben zur Arrondierung Stiftswaldes angekauft.

Neben der wirtschaftlichen Sanierung verlor der Administrator dabei auch die Erhaltung und Förderung des religiösen Geistes im Stift, die Wahrung der kirchlichen Interessen, die Pflege des Unterrichtes und der Wissenschaft und die Heranbildung eines geeigneten Nachwuchses für die Seelsorge und die verschiedenen Lehrfächer nicht aus dem Auge. Dazu gehörte auch die Verbesserung des Admonter Schulwesens. Er gründete eine Musikschule, aus derein tüchtiger Sängerchor für den Kirchendienst hervorging; dann erweiterte er das Sängerknaben-Institut bis auf 12 Freiplätze und ließ den Zöglingen durch fähige Priester Gymnasialunterricht erteilen. Aus diesen bescheidenen Anfängen bildete sich nach und nach ein förmliches Untergymnasium, für dessen Besucher Abt Benno die Erlaubnis erwirkte, dass sie als Privatschüler des k. k. Gymnasiums in Graz angesehen und als solche von einer Kommission geprüft wurden. Er legte den Grund zur Münzsammlung des Stiftes, ließ eine Gemäldegalerie auf Schloss Rötelstein anlegen und war ein großer Freund der Musik und der Jagd. Kaiser Franz verlieh ihm für seine Verdienste die große goldene Zivilverdienstmedaille, die ihm am 28. Februar 1826 feierlich überreicht wurde. 1833 erlitt er einen lebensgefährlichen Kutschunfall, von dem er sich aber wieder erholte.

Nachdem er schon im zweiten Jahr seiner Amtszeit als Administrator sein Amt im Kapitel niedergelegt hatte, von den Mitbrüdern aber zurückgerufen worden war, wurde Benno Kreil nach der erfolgreichen Stiftssanierung am 21. August 1839 gleich im ersten Skrutinium zum Abt gewählt und am 8. September in der Hof- und Domkirche zu Graz vom Seckauer Fürstbischof Roman Sebastian Zängerle ex-OSB feierlich benediziert. Assistenten waren zwei infulierte Pröpste, nämlich der k.k. Gubernialrat Johann Nepomuk Krauß und Hauptstadtpfarrer Hermann Reismüller ex-OSB. Mit Datum 18. März 1840 gestattete die Hofkanzlei dem Abt die Führung eines Wappens mit dem Wappenspruch Sub alis et aquilis imperatoriae Majestatis.

1841 übernachtete Kaiser Ferdinand der Gütige mit seiner Gemahlin im Stift und schenkte dem Abt bei dieser Gelegenheit einen wertvollen Diamantring. Auch andere Angehörige des Kaiserhauses und hochgestellte Persönlichkeiten bedachten Kloster und Abt mit wertvollen Geschenken. Herzog Heinrich von Bourbon schenkte Abt Benno 1847 anlässlich seiner Teilnahme an der Jagd in Wildalpen ein wertvolles Brustkreuz (Pektorale). 1857 besuchten Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth (Sissi) das Kloster.

1843 machte Abt Benno mit Abt Joachim Suppan von St. Lambrecht eine größere Reise nach Deutschland an den Rhein und in die Schweiz, 1852 nach Ungarn und Venedig und 1854 zur großen Ausstellung nach München, wohin er seinen Neffen den Admonter Stiftsökonomen P. Bonifaz Lerider mitnahm. Diesem in technischen versierten Mann verschaffte er wiederholt Gelegenheit, seine Kenntnisse durch Reisen in die Industrieländer zu erweitern und förderte auch dessen Reise zur Weltausstellung in London 1862, um dort Kenntnisse und Einsichten für die Verbesserung der heimatlichen Industrie zu gewinnen.

1843 wurde das dreizehnhundertjährige Jubiläum des Ordensvaters [Benedikt von Nursia]] durch einen Akt der Wohltätigkeit gefeiert, indem Abt benno eine größere Anzahl Bedürftiger mit vollständigen neuen Anzügen beschenkte. In ähnlicher Weise wurde auch 1845 die 800-Jahr-Feier der Stiftsgründung nur durch Gottesdienst und Spendung von Almosen begangen. Nach dem feierlichen Pontifikalamt in der Stiftskirche, deren Hochaltar und Kanzel für diesen Anlass neu vergoldet worden waren, ließ der Abt im Stiftshof eine reichliche Menge Getreide und andere Lebensmittel unter die Armen verteilen. Ebenfalls wurde die Kirche in St. Martin bei Graz wurde 1845 renoviert. in ähnlicher weise feierte Abt Benno 1852 sein Goldenes priesterjubiläum nicht mit großem Gepränge in der Stiftskirche, sondern in aller Stille in Görz in der Hauskapelle des Fürstbischofs Dr. Luschin, mit dem er befreundet war; 50 Armen ließ er zu diesem Anlass im Stift ein Festmahl bereiten, das die Patres auftrugen, und stiftete nach seiner Rückkehr dem Spital in Admont eine bedeutende Geldsumme zum Ankauf eines größeren Hauses.

1847 wurde der 1844 begonnene Neubau des großen Hammers im Stiftshammerwerk Slamm vollendet, jedoch förderten die stets schwankenden Verhältnisse der steiermärkischen Eisenindustrie das Gedeihen der Unternehmungen auf diesem Gebiet wenig. Die sog. Bauernbefreiung mit der Aufhebung der Grundherrschaft infolge der Revolution von 1848/1849 brachten durch Verlust der Zehnte und Roboten schwere wirtschaftliche Einbußen mit sich, die auch durch die später geregelte Grundentlastung nicht ausgeglichen werden konnten. Am Tag vor Fronleichnam 1849 brannte der weitläufige Meierhof in Admont mit sämtlichen Vorräten nach einem Blitzschlag vollständig ab und musste neu erichtet werden. Eine weitere Schmälerung der Einkünfte brachte das Waldservituten-Ablösungspatent von 1853; die dadurch ausgelösten langwierigen Verhandlungen beschäftigten ihn bis ins hohe Alter. Jedoch konnte er 1854 115.000 fl. Nationalanleihen zeichnen.

Ein schwerer Schlag für Abt Benno war der Tod seines Mitnovizen und langjährigen Priors Leo Kaltenegger 1857. Den Plänen des Kardinals Schwarzenberg zur Zusammenfassung der österreichischen Benediktinerklöster zu einer Kongregation mit einem Erzabt an der Spitze und der Aufgabe der Selbständigkeit stellte er sich mit einer umfangreichen Denkschrift entgegen. Im gleichen Sinne äußerte er sich als 1856 der Lavanter Fürstbischof Martin Slomšek als Konvisitator mit päpstlicher Vollmacht Einsicht in die inneren und äußeren Verhältnisse des Stiftes forderte (und erhielt). Auf politischem Gebiet wurde Abt Benno als Landstand der Steiermark vom steirischen Prälatenstand 1846 zum ständischen Ausschussrat gewählt. Seit 1825 landständischer Kommissär war er bis 1846 bei der Verteilung der Viehzuchtprämien in Obersteier und seit 1836 als Bevollmächtigter der Stände bei der Verteilung der Prämien für Bienenzüchter in der Landwirtschaftsfiliale Rottenmann beteiligt. Am 1. Juli 1856 wurde er mit dem Ritterkreuz des kaiserlichen Leopoldsordens ausgezeichnet.

Zunehmend alterschwach und gebrechlich, legte er am 4. Juli 1861 die Stiftsverwaltung nieder und erhielt in der Person des Gymnasialprofessors Karlmann Hieber einen Koadjutor cum facultate abbatis. Er starb am 7. März 1863 im 84. Lebensjahr und wurde am 12. März in der Äbtegruft bestattet. Das Totenamt hielt Abt Ludwig Ströhmer von Seitenstetten. die steierische Chorkapelle führte Mozarts Requiem auf.

gge, Mai 2021


D:

Vest.: 24. Okt. 1798; Prof.: 11. Juli 1802; Prim.: 19. Dez. 1802; Abbas: el. 21. Aug. 1839, ben. 8. Sep. 1839, res. 1861.

W:

Hauptlehrsätze aus der biblischen Altertumskunde, der Einleitung in die Bücher des Alten und Neuen Bundes und der biblischen Auslegungskunde, 1803 · Die frühe Vollendung und Erinnerung aus dem Leben des edlen Jünglings Wenzeslas Grafen von Purgstall. Graz 1817; etc.

L:

Peinlich, Richard: Benno Kreil, Abt zu Admont, Nekrolog, 1863 · Wichner, Jacob: Geschichte des Stiftes Admont, Band 4, 1880, S. 396–414 · Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 13. Theil. Kaiserlich-königliche Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1865, S. 178 · List, Rudolf: Stift Admont 1074–1974. Festschrift zur Neunhundertjahrfeier. Oberösterreichischer Landesverlag, Ried im Innkreis 1974, S. 362–376.


Zitierempfehlung: Kreil, Benno, in: Biographia Benedictina (Benedictine Biography), Version vom 18.05.2021, URL: http://www.benediktinerlexikon.de/wiki/Kreil,_Benno

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