Suppan, Joachim: Unterschied zwischen den Versionen

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Joachim Suppan, Taufname Johann, wurde 1794 in Graz als Sohn eines Schuhmachermeisters geboren. Er trat 1811 in das Noviziat des Benediktinerstiftes St. Lambrecht ein, wo er zunächst an der Hauslehranstalt, dann drei Jahre im Stift Admont Theologie studierte. 1816 legte er die feierliche Profess ab und empfing im selben Jahr die Priesterweihe (25. Juli 1816). Danach studierte er Naturwissenschaften am Lyzeum in Graz und hörte anschließend an der Universität Wien Physik- und Mathematikvorlesungen. 1819 wurde er in Wien zum Doktor der Philosophie promoviert.
 
Joachim Suppan, Taufname Johann, wurde 1794 in Graz als Sohn eines Schuhmachermeisters geboren. Er trat 1811 in das Noviziat des Benediktinerstiftes St. Lambrecht ein, wo er zunächst an der Hauslehranstalt, dann drei Jahre im Stift Admont Theologie studierte. 1816 legte er die feierliche Profess ab und empfing im selben Jahr die Priesterweihe (25. Juli 1816). Danach studierte er Naturwissenschaften am Lyzeum in Graz und hörte anschließend an der Universität Wien Physik- und Mathematikvorlesungen. 1819 wurde er in Wien zum Doktor der Philosophie promoviert.
  
Von 1819 bis 1822 unterrichtete er Mathematik und Physik in Görz (Gorizia), 1822 bis 1835 in Innsbruck, seit 1823 an der Universität. Daneben war er Supplent für Theoretische und Moralphilosophie sowie für Erziehungswissenschaften. 1831 war er Rektor, 1832 und 1835 Dekan. Einem Ruf an die Universität Wien konnte er nicht folgen, da er 1835 zum Abt des Stifts St. Lambrecht gewählt wurde, dessen Wiedererrichtung (ab 1802) nach den Napoleonischen Kriegen nur mühsam erfolgte.
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Von 1819 bis 1822 unterrichtete er Mathematik und Physik in Görz (Gorizia), 1822 bis 1835 in Innsbruck, seit 1823 an der Universität. Daneben war er Supplent für Theoretische und Moralphilosophie sowie für Erziehungswissenschaften. 1831 war er Rektor, 1832 und 1835 Dekan. Einem Ruf an die Universität Wien konnte er nicht folgen, da er 1835 zum Abt des Stifts St. Lambrecht gewählt wurde, das (ab 1802) nach den Napoleonischen Kriegen mühsam wieder aufgerichtet wurde.
  
 
Suppan gelang die Finanzierung der Innen- und Außenrestaurierung des Stifts, u. a. konnte eine großzügige Parkanlage mit seltenen Baum- und Straucharten angelegt werden. Daneben galt er als großer Förderer der Wissenschaften und der Musik. 1835 ließ er in den Räumen des früheren Spitals das Sängerknabenkonvikt errichten. Für das Stiftsgymnasium erreichte er Ende der 1840er-Jahre das Öffentlichkeitsrecht. Das Archiv wurde durch [[Pangerl, Matthias|Matthias Pangerl]] neu geordnet, der Bestand der Bibliothek vergrößert sowie ein mehrbändiger Realkatalog angelegt, der bis heute Verwendung findet.
 
Suppan gelang die Finanzierung der Innen- und Außenrestaurierung des Stifts, u. a. konnte eine großzügige Parkanlage mit seltenen Baum- und Straucharten angelegt werden. Daneben galt er als großer Förderer der Wissenschaften und der Musik. 1835 ließ er in den Räumen des früheren Spitals das Sängerknabenkonvikt errichten. Für das Stiftsgymnasium erreichte er Ende der 1840er-Jahre das Öffentlichkeitsrecht. Das Archiv wurde durch [[Pangerl, Matthias|Matthias Pangerl]] neu geordnet, der Bestand der Bibliothek vergrößert sowie ein mehrbändiger Realkatalog angelegt, der bis heute Verwendung findet.

Version vom 15. November 2016, 11:14 Uhr

Joachim Suppan OSB

Joachim Suppan

Abt des Benediktinerstiftes St. Lambrecht 1835–1864, Physikprofessor

* 23. Okt. 1794 Graz, Steiermark
01. Okt. 1864 St. Lambrecht, Steiermark

Joachim Suppan, Taufname Johann, wurde 1794 in Graz als Sohn eines Schuhmachermeisters geboren. Er trat 1811 in das Noviziat des Benediktinerstiftes St. Lambrecht ein, wo er zunächst an der Hauslehranstalt, dann drei Jahre im Stift Admont Theologie studierte. 1816 legte er die feierliche Profess ab und empfing im selben Jahr die Priesterweihe (25. Juli 1816). Danach studierte er Naturwissenschaften am Lyzeum in Graz und hörte anschließend an der Universität Wien Physik- und Mathematikvorlesungen. 1819 wurde er in Wien zum Doktor der Philosophie promoviert.

Von 1819 bis 1822 unterrichtete er Mathematik und Physik in Görz (Gorizia), 1822 bis 1835 in Innsbruck, seit 1823 an der Universität. Daneben war er Supplent für Theoretische und Moralphilosophie sowie für Erziehungswissenschaften. 1831 war er Rektor, 1832 und 1835 Dekan. Einem Ruf an die Universität Wien konnte er nicht folgen, da er 1835 zum Abt des Stifts St. Lambrecht gewählt wurde, das (ab 1802) nach den Napoleonischen Kriegen mühsam wieder aufgerichtet wurde.

Suppan gelang die Finanzierung der Innen- und Außenrestaurierung des Stifts, u. a. konnte eine großzügige Parkanlage mit seltenen Baum- und Straucharten angelegt werden. Daneben galt er als großer Förderer der Wissenschaften und der Musik. 1835 ließ er in den Räumen des früheren Spitals das Sängerknabenkonvikt errichten. Für das Stiftsgymnasium erreichte er Ende der 1840er-Jahre das Öffentlichkeitsrecht. Das Archiv wurde durch Matthias Pangerl neu geordnet, der Bestand der Bibliothek vergrößert sowie ein mehrbändiger Realkatalog angelegt, der bis heute Verwendung findet.

Abt Joachim führte das Stift St. Lambrecht zu geistiger, personeller und materieller Blüte. 1857 feierte er die glanzvolle 700-Jahr-Feier von Mariazell. Er war Mitglied der Ackerbaugesellschaft in Görz.

gge


D:

Prof. 3. Aug. 1816; Sac.: 25. Juli 1816; Prim.: 18. Aug. 1816; Abbas: el. 3. Juni 1835.

W:

Die Hypsometrie mittelst physikalischer Beobachtungen, oder theoretisch-praktische Anleitung zur Anstellung der meteorologischen Beobachtungen …, 1834 · Trauer-Rede, vorgetragen in dem k. k. Universitätssaale bei der an der k. k. Leopold-Franzens-Universität nach dem Ableben Sr. Majestät Franz I. ... abgehaltenen Trauerfeier, 1835 · Reisetagebücher und Reisebeschreibungen (Hss. Stiftsarchiv St. Lambrecht).

L:

Elsenbaum, Gottfried: Joachim Suppan, Abt zu St. Lambrecht. Graz 1865 · BLKÖ 40 (1880), S. 330 · ÖBL 1815–1950, Bd. 14 (Lfg. 63, 2012), S. 53 (R. Höfer, B. Plank).

Normdaten:

GND: 1049229169

Zitierempfehlung: Suppan, Joachim, in: Biographia Benedictina (Benedictine Biography), Version vom 15.11.2016, URL: http://www.benediktinerlexikon.de/wiki/Suppan,_Joachim

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