Voit, Erhard

Aus Biographia Benedictina

Erhard Voit OSB

Erhard Voit

Abt der Benediktinerstifte Lambach 1568–1571 und Kremsmünster 1571–1588

* 1543 (err.) Bad Cannstatt
† 31. März 1588 Linz

Erhart Voit, ein Schwabe aus Cannstatt, trat in jungen Jahren in die Benediktinerabtei Thierhaupten bei Augsburg ein. Gleich nach seiner Ordination setzte ihn Abt Sebastian Hofmann von Oberaltaich als Pfarrherrn im Wallfahrtsort Bogenberg bei Straubing ein. Von dort aus beförderte ihn der Passauer Bischof Urban von Trenbach 1568 zum Abt des Stiftes Lambach. 1571 postulierten ihn die Kapitularen des Stiftes Kremsmünster auf Weisung Kaiser Maximilians II. zu ihrem Abt.

Obwohl noch sehr jung, tat sich Abt Erhard bald durch eine kluge Amtsführung hervor, die ihm auch das Vertrauen der Kaiser Maximilian und Rudolf einbrachte. Schon 1572 wählten ihn die Landstände zu ihrem Verordneten. 1573 bestellte ihn Kaiser Maximilian zum Administrator des eingegangenen Nonnenklosters Traunkirchen, wo Voit den Thierhauptener Mönch Dr. Josef Brammer als seinen Stellvertreter einsetzte. 1574 begründete Voit das Spital (Hospiz) für gebrechliche Stiftsdiener und verarmte Untertanen. 1578 gewährte ihm Kaiser Rudolf II. die Bestätigung aller Rechte und Freiheiten des Klosters. Im selben Jahr ließ Voit das alte Schlafhaus (Dormitorium) und ein neues Refektorium erbauen. Die Stiftsbibliothek versah er mit Büchern, besonders den Schriften der Väter in lateinischer und griechischer Sprache, und setzte in den Pfarreien zur Abwehr des Protestantismus geeignete katholische Geistliche ein.

1582 nahm Voit auf besondere Einladung des Kaisers an einer Versammlung mehrerer österreichischer Prälaten in Wien teil. 1587 machten ihm die Ständevertreter die ansehnliche Summe von 800 Gulden zum Geschenk, um ihm für seine über 14 Jahre geleisteten Dienste zu danken. 1588 entsandte ihn Kaiser Rudolf als kaiserlichen Kommissär zum außerordentlichen Landtag nach Linz, dessen Ende Voit aber nicht mehr erlebte. Er starb am 31. März 1588, 45 Jahre alt. Sein Leichnam wurde nach Kremsmünster überführt und dort zunächst in der Frauenkapelle, später dann vor dem Hauptaltar der Stiftskirche beigesetzt.

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L:

Hartenschneider, Ulrich: Historische und topographische Darstellung von dem Stifte Kremsmünster. Wien 1830, S. 121–123 · Wurm, Ernst: Kurze Geschichte des Stiftes Kremsmünster. Wels 1877, S. 6 · Schachner, Heinrich: Das Benediktinerstift Kremsmünster, Steyr 1929, S. 14–15.


Zitierempfehlung: Voit, Erhard, in: Biographia Benedictina (Benedictine Biography), Version vom 2.6.2013, URL: http://www.benediktinerlexikon.de/wiki/Voit,_Erhard

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