Hebler, Makarios

Aus Biographia Benedictina

Makarios Hebler OSB
Foto: D. Weidner

Makarios Hebler

3. Abt der Benediktinerabtei Tholey nach der Wiederbegründung 1985–2008

* 20. Juni 1950 Essen
† 28. Okt. 2017 Tiberias, Israel

Makarios Hebler, Taufname Harald, geboren 1950 in Essen als Sohn der Eheleute Margarethe (geb. Strünck) und Karl-Heinz Hebler, machte sein Abitur am Gymnasium der Steyler Missionare in Geilenkirchen und trat zum 28. Oktober 1971 in die Abtei Tholey ein, die unter der Leitung von Abt Petrus Borne stand. Im März 1972 begann er sein Noviziat und erhielt den Ordensnamen Makarios nach einem ägyptischen Mönch des 4. Jahrhunderts. Ein Jahr später legte er seine zeitlichen Gelübde ab und begann mit dem Studium der Philosophie und Theologie an der Universität in Salzburg. Nach zwei Jahren wechselte er zum Studium der Theologie an die Universität Fribourg. 1980 beendete er seine Studien mit dem Lizentiat in Bibeltheologie. Während der Studienzeit legte er am Ostermontag 1976 seine ewigen Gelübde in die Hände des damaligen Priors und späteren Abtes Hrabanus Heddergott ab.

1980 ging Frater Makarios noch ein knappes Jahr zu den Benediktinern nach Hautecombe am Lac du Bourget in den französischen Alpen, um seine Französischkenntnisse aufzubessern. Nach der Priesterweihe 1981 durch den Trierer Bischof Dr. Hermann Josef Spital in der Abteikirche zu Tholey übernahm er schon bald die Ämter des Cellerars/Ökonoms und Novizenmeisters. Am 11. März 1985 zum (dritten) Abt gewählt, erhielt er, ebenfalls von Bischof Spital, am 21. April 1985 die Benediktion („Abtweihe“).

Makarios Hebler leitete den Tholeyer Konvent 23 Jahre. Er führte den unter den Äbten Petrus und Hrabanus begonnenen Umbau des Klosters und die Ausrichtung der Klostergemeinschaft im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils weiter. Er ließ er das Freizeithaus der Abtei renovieren, leitete den Neubau des Tholeyer Kindergartens und ließ den Kirchturm und die Kirchenheizung sanieren. In der Tholeyer Grundschule unterrichtete er das Fach katholische Religionslehre. Sieben Mönche legten während seiner Amtszeit ihre feierlichen Gelübde ab. Ende der 1980er-Jahre begründete er das bis heute jährlich Mitte Juli gefeierte Klosterfest. 2002 wurde das 700-jährige Bestehen der frühgotischen Abteikirche gefeiert. Im November 1997 übernahm er auch das Amt des Pfarrers von St. Mauritius Tholey. Zu den Aufgaben als Abt und Pfarrer kamen Aufgaben im Bereich des Ordens. Mehr als ein Jahrzehnt hatte er die Leitung und Herausgabe der Studia Regulae Benedicti – interdisziplinäre Studien zur Klosterregel des Hl. Benedikt inne.

Da die Umstrukturierung der Pfarreien im Bistum Trier Hebler zwang, sein Amt als Pfarrer aufzugeben, legte er zum 31. August 2008 auch sein Abbatiat nieder und verbrachte ein Sabbatjahr im Kloster Michaelbeuern bei Salzburg. Seit dem 1. September 2009 war er Pfarrer und Leiter des Pfarrverbunds Seubersdorf im Bistum Eichstätt. Im Auftrag des Bischofs von Eichstätt war er außerdem als Firmspender tätig.

Er starb am 28. Oktober 2017 plötzlich und unerwartet während einer Pilgerfahrt in Israel. Auf Wunsch der Familie wurde er am 25. November 2017 nicht in der Äbtegruft der Tholeyer Abteikirche, sondern auf dem Friedhof in Seubersdorf beigesetzt. Den Gottesdienst feierte Abt Thomas Freihart vom Kloster Weltenburg.

gge, Dez. 2015, rev. Nov. 2017


D:

Vest.: März 1972; Prof.: 1973, 19. April 1976; Sac.: 6. Dez. 1981; Abbas: el. 11. März 1985, ben. 21. April 1985, res. 31. Aug. 2008; Fide et Patientia – In Glaube und Geduld.

L:

Zum Gedenken an Abt em. Makarios Hebler OSB, in: Benediktinerabtei Tholey (Hrsg.): Tholeyer Brief 54/55, Tholey 2017, S. 23.


Zitierempfehlung: Hebler, Makarios, in: Biographia Benedictina (Benedictine Biography), Version vom 20.12.2017, URL: http://www.benediktinerlexikon.de/wiki/Hebler,_Makarios

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